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Wirtschaft

Weltbank: Ebola hat "katastrophale" Folgen

Rund 2300 Todesopfer hat die Ebola-Epidemie in Westafrika bereits gefordert, und ein Ende ist nicht in Sicht. Und die Weltbank hat nun ausgerechnet, wie viel die Seuche in Westafrika kosten wird.

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Lähmende Angst

Die Ebola-Epidemie in Westafrika wird die betroffenen Länder viele Milliarden Dollar kosten, hat die Weltbank errechnet und warnt vor "katastrophalen" Folgen, sollten die Seuche nicht bald eingedämmt werden. Der in Washington veröffentlichte Bericht zeige die "Kosten, die entstehen, wenn wir nicht alle Bemühungen konzentrieren, um die Epidemie einzudämmen", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Die Analysten der Weltbank berechnen den Schaden für die Wirtschaft der drei am schwersten betroffenen Länder. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Wirtschaft in Guinea in diesem Jahr um mehr als zwei Prozent schrumpfen wird, in Sierra Leone um 3,3 und in Liberia um 3,4 Prozent.

Für 2015 unterscheiden die Weltbanker je nach Erfolg der Seuchenbekämpfung zwischen einem relativ glimpflichen (Low Ebola) und einem schlimmeren Seuchenverlauf (High Ebola). Die Folgen für die Wirtschaften der betroffenen Ländern wären ein Minus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Guinea von einem Prozent (Low Ebola) und 2,3 Prozent (High Ebola).

Die Werte für Sierra Leone, ( - 1,2 bzw. - 8,9 Prozentpunkte vom BIP) und vor allem für Liberia ( - 4,2 Prozent oder - 11,7 Prozent) sind noch bedrohlicher. Damit, so der Bericht, summierten sich die Folgekosten der Epidemie für alle drei Länder auf rund 100 Millionen US-Dollar oder, im schlimmeren Fall, sogar auf mehr als 800 Millionen US-Dollar.

Die Angst kostet am meisten

Der Bericht weist darauf hin, dass nicht die direkten Kosten der Seuche den größten Schaden anrichten. Zu den direkten Kosten zählen die aktuellen Sterbefälle, die Aufwendungen für die Krankenpflege und der Ausfall an Arbeitstagen. Einen noch größeren Schaden würden die indirekten Kosten der Wirtschaft zufügen. Dabei schade vor allem die Angst vor Ansteckung, so die Weltbank-Analysten.

So würden sich Menschen voneinander fernhalten und weniger arbeiten, Fabriken seien geschlossen und Transportwege unterbrochen. See- und Flughäfen würden geschlossen. Erfahrungen mit anderen Epidemien zeigten, so der Bericht, dass solche Veränderungen normaler Lebens- und Arbeitszyklen für 80 bis 90 Prozent der wirtschaftlichen Schäden, die eine Seuche hervorruft, verantwortlich seien.

Die Weltbank fordert Hilfe durch die internationale Gemeinschaft: "Die drei hauptsächlich betroffenen Länder brauchen finanzielle Unterstützung." Es sei erwiesen, so Jim Yong Kim, dass "wenn wir schnell eine angemessene Antwort auf die Krise finden und die Angst und die Unsicherheit reduzieren, wir auch die wirtschaftlichen Folgen eher in den Griff bekommen."

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