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Aktuell Nahost

Welle der Gewalt erschüttert den Irak

Drei Tage nach Beginn des Fastenmonats Ramadan sind bei einer Serie von Attentaten und Angriffen im Irak mehr als 100 Menschen umgekommen. Im Visier waren vor allem Einrichtungen der Regierung und der Sicherheitskräfte.

Autobombenanschlag in Kirkuk (Foto: Reuters)

Irak Autobombe in Kirkuk

Mehr als 200 Menschen wurden bei den Attentaten verletzt, wie die irakischen Behörden mitteilten. Nach Angaben von Sicherheitsbeamten und der Gesundheitsbehörden verübten die Täter insgesamt mindestens 22 Anschläge in 14 Städten. Damit handelte es sich nach offizieller Darstellung um den blutigsten Tag seit mehr als zwei Jahren im Irak.

Die folgenschwersten Anschläge wurde in der hauptsächlich von Sunniten bewohnten Stadt Tadschi, rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, verübt. Dort explodierten nach Polizeiangaben zunächst mehrere Bomben, die um fünf Häuser gelegt worden waren, bevor sich noch ein Selbstmordattentäter inmitten der zu Hilfe eilenden Polizisten in die Luft sprengte. 42 Menschen wurden getötet.

Neun weitere Menschen starben, als Sprengsätze in den Städten Kirkuk und Hussainija explodierten. In und nördlich von Bagdad gab es insgesamt neun Anschläge. Die Angriffe richteten sich unter anderem gegen Militärstützpunkte in den Städten Dhuluijah und Tadschi. Weitere Anschläge wurden unter anderem aus Saadijah, Chan Beni Saad, Kirkuk, Tus Churmatu und Dibis gemeldet.

"Lage soll so schlimm werden wie in Syrien"

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Terrorserie erschüttert Irak

In der nordöstlichen Stadt Udaim eröffneten Bewaffnete vor einer Kaserne aus drei Fahrzeugen das Feuer und töteten 13 Soldaten, wie die Polizei mitteilte. Die Angreifer konnten entkommen. Ebenfalls im Nordosten, in der Provinz Dijala, wurden nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte bei den Explosionen mehrerer Autobomben und Sprengfallen am Straßenrand elf Menschen getötet und mindestens 25 weitere verletzt.

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. In irakischen Sicherheitskreisen wurde das Terrornetzwerk Al-Kaida verantwortlich gemacht. Die Angriffe zeigten, dass die Gruppe einen Glaubenskrieg auslösen wolle. "Al-Kaida versucht, den Irak an den Rand eines Krieges zwischen Schiiten und Sunniten zu treiben", hieß es. "Sie wollen, dass die Lage so schlimm wird wie in Syrien."

Die Gewalt im Irak bleibt zwar weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2006 und 2007, hat in jüngster Zeit aber wieder zugenommen. Das Land befindet sich in einer schweren politischen Krise. Grund dafür sind vor allem Spannungen zwischen den verschiedenen Konfessionen.

re/nis (afp, dapd, rtr, dpa)

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