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Afrika

Welche Ziele verfolgt Al-Shabaab?

Die islamistische Al-Shabaab-Miliz ist in Somalia entstanden. Anschläge verübt sie inzwischen in ganz Ostafrika. Besonders betroffen ist das Nachbarland Kenia.

In Kenia macht sich die Angst vor dem Terror breit. Bei jüngsten Angriffen auf die Küstenorte Mpeketoni und Poromoko sind rund 65 Menschen ums Leben gekommen. Die neuen Anschläge kommen keine neun Monate nach dem Blutbad in einem Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi, bei dem im September 2013 mehr als 60 Menschen ums Leben kamen. Zu zweien der Anschläge hat sich bereits die somalische islamistische Miliz Al-Shabaab bekannt. Sie kritisiert die kenianische Regierung für ihren Militäreinsatz in Somalia und wirft ihr vor, im eigenen Land

Muslime zu unterdrücken

. Doch welche Ziele verfolgt diese Miliz?

Al-Shabaab bedeutet "die Jugend". Die Gruppe gründete sich zwischen 2004 und 2006, als Somalia bereits rund fünfzehn Jahre im Bürgerkrieg steckte. Sie geht auf zwei ältere islamistische Organisationen im Land, die Islamische Union und die Union Islamischer Gerichte, zurück. Vorgeblich mit dem Ziel, klare Verhältnisse in dem chaotischen Bürgerkriegsland zu schaffen, entschied sich die Union Islamischer Gerichte, einen militanten Flügel - die Shabaab - zu gründen. An der Spitze standen zunächst Dahir Hassan Aweys von der Islamischen Union und Aden Hashi Ayro.

Feindbilder: Äthiopien und der Westen

Mitte 2006 eroberte die Union den Süden Somalias. Doch ihr Sieg war von kurzer Dauer. Im Dezember erklärte ihr das Nachbarland Äthiopien den Krieg - mit Rückendeckung der USA - und schlug sie innerhalb weniger Tage in die Flucht. Die Al-Shabaab-Miliz kämpfte fortan im Untergrund. Sie beschwor das Feindbild Äthiopiens und des Westens, die versuchen würden, den Islam zu zerstören. Weil das Verhältnis Somalias zu Äthiopien von alten Konflikten belastet war, gelang es der Miliz, innerhalb kürzester Zeit eine breite Unterstützung im Land zu bekommen. Bis 2009 konnten sie das verlorene Gebiet zurückerobern.

DW-Karte: Länder, die sich am Einsatz der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) beteiligen.

Besonders gefährdet sind die Länder, die sich am Einsatz der AU-Mission AMISOM beteiligen

Unterdessen setzte Al-Shabaab sich neue Schwerpunkte. Unter Ayro brach die Miliz mit der "Union Islamischer Gerichte" und baute ihre Kontakte zu internationalen jihadistischen Organisationen wie Al-Kaida aus. Im März 2008 stuften die USA Al-Shabaab als Terrororganisation ein, Großbritannien und Kanada sollten zwei Jahre später nachziehen. Als Ayro wenig später bei einem US-Drohnenangriff ums Leben kam, setzte sein Nachfolger Mukhtar Abu Zubeyr dessen Kurs fort. Er verstärkte die Kontakte zur Terrororganisation Al-Kaida. Ähnlich wie diese ließ Zubeyr zunehmend Propaganda über das Internet betreiben und rekrutierte seine Kämpfer unter der somalischen Diaspora, etwa in Großbritannien und den USA. Al-Shabaab weitete sein Operationsgebiet nun auch mehr und mehr auf die

Nachbarländer

aus.

Nachdem die Miliz wiederholt Europäer im Nachbarland Kenia entführt hatte, marschierten kenianische Soldaten Ende 2011 nach Somalia ein. Als Teil der militärischen Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) konnte Kenia die Islamisten zumindest aus einigen Städten vertreiben. Doch die Kosten sind hoch. Unzählige Menschen haben seither durch Angriffe der Islamisten in Kenia ihr Leben verloren. Infolge dessen lässt bereits die Unterstützung der Bevölkerung für den Militäreinsatz nach.

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