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Wissen & Umwelt

Welche Lebensmittel schützen uns?

Ist es wissenschaftlich belegt, dass unsere Ernährung bestimmte Krankheiten fördern oder verhindern kann? Zum Teil ja! Hier einige Lebensmittel, die möglichst oft oder möglichst selten auf Ihrem Teller landen sollten.

Klar, wie die Ernährungspyramide aussieht, wissen wir alle: Wir sollen weniger Süßigkeiten und Junkfood zu uns nehmen, dafür aber viel Obst und Gemüse. Auch Eiweiß- und Ballaststoffreiche Mahlzeiten sind wichtig, ab und an Fleisch und Fisch - und viel, viel trinken.

Es gibt aber auch Lebensmittel, die mehr können als nur weit oben oder unten auf unserer Speiseliste zu stehen, um eine gesunde und ausgewogene Ernährung sicherzustellen: Sie können Krankheiten bekämpfen - oder verursachen.

Beispiel Salz - gesund oder ungesund?

Wie viel Speisesalz nun wirklich gesund ist, ist immer wieder Anlass für Diskussionen - auch auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Fulda. Dort heißt es, dass etwa ein Teelöffel Salz am Tag in Ordnung sei. Mehr nicht. Oft aber ist jedoch nicht die individuelle Liebe der Verbraucher zum Salz das Problem, sondern der salzverschwenderische Einsatz der Industrie. In Brot, Käse, Fleischwaren und Fertiggerichte sei oft viel mehr Salz als nötig, schimpft die DGE und fordert andere Rezepturen.

Salz (Foto: Colourbox).

Derzeit empfohlenes Mittelmaß: Ungefähr einen Teelöffel Salz pro Tag.

Allerdings ist ein gewisser Salzhaushalt lebenswichtig für unseren Körper. Wie so oft, heißt es auch hier: Es kommt auf die Dosis an. Das gilt besonders für Menschen mit Bluthochdruck, Leberzirrhose oder einer eingeschränkten Nierenfunktion. Denn bei ihnen können durch zu viel Salz schnell Herz-Kreislauf-Probleme oder Ödeme auftreten.

Gibt es Lebensmittel für oder gegen Krebs?

Es ist tatsächlich erwiesen, dass bestimmte Lebensmittel Krebserkrankungen fördern können. Zum Beispiel solche, die dick machen. Denn schon ein paar Kilogramm zu viel auf der Waage erhöhen das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, etwa Gebärmutter-, Gallen-, und Nierenkrebs.

Ballaststoffreiche Lebensmittel können helfen, dem Übergewicht vorzubeugen, indem sie lange sättigen. Das "American Institute for Cancer Research" (AICR) führt hier zum Beispiel Grapefruits, Äpfel, Trauben(-saft), Brokkoli und verschiedene Kohlsorten an.

Kreuzblütengewächse können zudem vor und bei Krebserkrankungen schützen, da sie Senföle enthalten, die dafür sorgen, dass Tumorzellen sozusagen Selbstmord begehen - sie zerstören sich selbst. Außerdem verhindern die Öle krebsbegünstigende Zellveränderungen.

Weniger förderlich ist dagegen Zucker. Denn Tumorzellen lieben Zucker. Den brauchen sie sogar, um sich zu vermehren. Ein internationales Wissenschaftlerteam von der Harvard Medical School um Lewis Cantley erforschte, welche Rolle Zucker bei der Entstehung von Krebszellen spielt. Der Biochemiker vermutet, dass in vielen Fällen ein hoher Zuckerkonsum Krebs überhaupt erst entstehen lässt.

Hilft Schokolade gegen Depression?

Das ein oder andere Stück Schokolade mag vielleicht glücklich machen. Wenn es aber um eine richtige Depressionserkrankung geht, hilft viel Schokolade nicht gleich viel. Viel eher sollten Patienten laut dieser Studie bestimmte Lebensmittel regelmäßig verzehren:

Vor allem Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchten sollen das Depressionsrisiko senken können. Auch eine regelmäßige Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann sich positiv auswirken - sie sind vor allem in Fisch oder Algen enthalten.

Was schützt vor Alzheimer?

Gibt es Lebensmittel, die vor Demenz schützen? Einige Forscher vermuten, dass sich der Ausbruch der Krankheit durch Sport und eine gesunde Lebensführung hinauszögern lässt. So tritt die Erkrankung in den Mittelmeerländern wohl deutlich seltener auf als zum Beispiel in Deutschland. Dazu gibt es eine Studie, die im Fachmagazin "ACS Chemical Neuroscience" der American Chemical Society (ACS) veröffentlicht wurde. Darin berichten die Forscher, dass der im Olivenöl enthaltene Stoff Oleocanthal die für Alzheimer typischen und gefährlichen Protein-Ablagerungen im Gehirn abbaut.

Flasche mit Olivenöl (Foto: Fotolia).

Nicht nur Olivenöl ist ein Alleskönner was unsere Gesundheit betrifft

Darüber hinaus soll auch grünes Blattgemüse - wie Blattsalate, Wildkräuter oder Kohlgemüse - Demenzerkrankungen vorbeugen.

Wissenschaftler der Rush University Medical Center in Chicago haben dazu den MIND-Diätplan entworfen. Der listet zehn Nahrungsmittelgruppen auf, die gesund fürs Gehirn sind, und die man täglich essen sollte. Daneben gibt es fünf "ungesunde Lebensmittelgruppen", die möglichst gemieden werden sollten. Darin tauchen zum Beispiel Butter und Margarine, Gebäck, Süßigkeiten und frittierte Lebensmittel auf. Überrascht Sie das?

Auch wenn dies nur ein kurzer Überblick über Krankheiten und eine gesundheitsförderliche Ernährung ist, zeigt sich schnell: Es sind eben genau die Lebensmittel ungesund, von denen wir eigentlich wissen, dass sie uns nicht guttun. Und es sind genau diejenigen gesund, von denen wir es auch wissen.

Es gibt nicht das Lebensmittel, mit dem man eine bestimmte Krankheit bekämpfen kann. Aber es gibt solche, die vorbeugend wirken, und die sowieso auf unserem Speiseplan auftauchen sollten. Extra natives Olivenöl zum Beispiel. Es kann nicht nur vor Alzheimer schützen sondern wirkt sich ebenfalls positiv auf unseren Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, auf Depression oder Krebs aus. Genauso wie viele Gemüse- und Obstsorten.

Trotzdem dürfen von diesen Lebensmitteln keine Zauberkräfte erwartet werden. Denn Krankheiten sind ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Auch Umwelteinflüsse oder genetische Dispositionen spielen entscheidende Rollen. Sich gesund zu ernähren reduziert bestimmte Krankheitsrisiken. Einen sicheren Schutz bieten sie aber nicht.

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