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Fokus Osteuropa

Weiterer Schritt bei Militärreform in Mazedonien

Die Mazedonischen Streitkräfte werden in Kürze zur Berufsarmee. Die Rekruten, die im April eingezogen wurden, sind die letzten Wehrdienstleistenden. Ihr Wehrdienst endet im Oktober, dann gibt es nur noch Berufssoldaten.

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Bald nur noch Profis in der mazedonischen Armee

"Dadurch dass der Wehrdienst abgeschafft wird, besteht auch kein Zivildienst mehr, der als Alternative für die Erfüllung der Wehrpflicht galt", sagte auf einer Pressekonferenz am Montag (10.4.) Mazedoniens Verteidigungsminister Jovan Manasievski. Diese Maßnahme gehört zur Reform der Mazedonischen Streitkräfte (ARM), die laut dem Programm für die Integration des Landes in die NATO vorgesehen ist. Ziel der 1999 begonnen Reformen ist es, eine kleine, mobile, preiswerte und effiziente Armee zu schaffen. Geschult wird sie für Friedensmissionen. Sie soll gemeinsam mit den Streitkräften der NATO dazu beitragen, den Frieden in der Welt zu sichern. Mazedonien beteiligt sich im Augenblick in zwei Friedensmissionen – im Irak und in Afghanistan. Ab diesen Sommer werden Soldaten der ARM auch in Bosnien-Herzegowina eingesetzt.

Strenge Kriterien für Armeekarriere

Die Zahl der Soldaten in der ARM wird verringert. Von den ehemals 12.000 sollen bis 2007 etwas über 8.500 Berufssoldaten übrig bleiben. Sie erhalten im Durchschnitt 300 Euro Sold im Monat. Ferner hat sich der Staat dazu verpflichtet, für ihre Unterkunft zu sorgen. Von den 1.900 im April eingezogenen Rekruten wollen 1.200 in der ARM Berufssoldaten werden. Viele möchten auch die Karriereleiter erklimmen und streben höhere Dienstgrade an. Doch die Kriterien dafür sind streng. "Dazu gehört z. B. mindestens eine Fremdsprache, dann bestandene Aus- und Fortbildungskurse in Mazedonien oder im Ausland sowie Auszeichnungen für erfolgreich erfüllte Aufgaben in der Armee", so der Pressesprecher des Generalsstabs der ARM, Major Zdravko Rizovski. Die Reform der ARM sieht ferner vor, dass die Reserveeinheit verringert wird von derzeit 60.000 auf 40.000 Reservisten.

In den vergangenen Jahren war zu beobachten, dass immer weniger Männer sich zum Dienst in der ARM meldeten. Dies gilt insbesondere für Rekruten der albanischen Ethnie. Durch die Umwandlung der ARM in eine Berufsarmee wird erwartet, dass sich dies ausgleicht. So sind kürzlich 400 neue Berufssoldaten in die ARM aufgenommen worden, darunter waren sogar 90 Prozent Albaner.

Goran Petreski, Skopje
DW-RADIO/Mazedonisch, 11.4.2006, Fokus Ost-Südost

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