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Aktuell Europa

Weiterer Komplize von Pariser Attentätern identifiziert

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Abdeslam fahndet die belgische Justiz jetzt nach dessen Mithelfer Laachraoui. Gab es in Brüssel doch ein regelrechtes "Netzwerk" um Abdeslam herum?

Aufnahmen einer Brüsseler Überwachungskamera von Najim Laachraoui alias Soufiane Kayal (Quelle: Belgische Polizei/epa/dpa)

Aufnahmen einer Brüsseler Überwachungskamera von Najim Laachraoui alias Soufiane Kayal

Ein weiterer Komplize der Pariser Attentäter ist nach Angaben der belgischen Ermittler identifiziert worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte, handelt es sich um den 24-jährigen Najim Laachraoui, der bisher unter dem falschen Namen Soufiane Kayal bekannt gewesen sei (Artikelfoto). Unter dem Namen Kayal war ein Haus in Auvelais bei Namur im Süden Belgiens angemietet worden, das zur Vorbereitung der Anschläge vom 13. November diente.

Die Fingerabdrücke des weiterhin flüchtigen Laachraoui seien in dem Haus in Auvelais sowie in einer Wohnung im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek gefunden worden, die auch von der Zelle benutzt wurde, teilte die belgische Justiz mit. Aus französischen Ermittlerkreisen hieß es zudem, an Sprengstoffen, die bei den Pariser Attentaten eingesetzt worden seien, seien DNA-Spuren Laachraouis gefunden worden.

Polizei eskortiert einen Krankenwagen durch Brüssel, in dem vermutlich der Terrorverdächtige Abdeslam liegt (foto: picture-alliance/dpa/Belga Photo)

Polizei eskortiert einen Krankenwagen durch Brüssel, in dem vermutlich der Terrorverdächtige Abdeslam liegt

Laut belgischen Angaben wurde Laachraoui außerdem am 9. September unter dem falschen Namen Kayal in einem Auto mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid an der österreichisch-ungarischen Grenze kontrolliert. Der 35-jährige Algerier Belkaid war am vergangenen Dienstag während einer Razzia im Brüsseler Vorort Forest bei einem Feuergefecht erschossen worden.

Abdeslam, der seit den Anschlägen als einer der Mittäter gesucht wurde, war am Freitag in Brüssel gefasst worden. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter und soll drei der Attentäter zum Stade de France gefahren haben. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft wollte er sich dort ursprünglich auch selbst in die Luft sprengen. Die Fahnder verdächtigen Belkaid und Laachraoui, am Abend der Anschläge telefonisch mit den Attentätern in Kontakt gestanden zu haben.

Trauer in Paris nach den Terroranschlägen (foto: DW)

Bei einer koordinierten Serie von Terrorangriffen waren am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen getötet worden

Demnach besteht die "hohe Wahrscheinlichkeit", dass Belkaid die SMS empfing, in der die Attentäter vom Konzertsaal Bataclan schrieben, dass sie nun beginnen würden. Der mutmaßliche Drahtzieher Abdelhami Abaaoud rief zudem eine belgische Nummer an, die womöglich Laachraoui gehörte.

Der festgenommene Salah Abdeslam soll nach Informationen belgischer Experten möglicherweise neue Anschläge geplant haben. Das lege eine erste Aussage des 26-Jährigen vor einem Brüsseler Richter nahe, hatte auch der belgische Außenminister Didier Reynders am Sonntag gemeint. "Er war bereit, von Brüssel aus erneut etwas anzufangen. (...) Das könnte auch tatsächlich so sein, denn wir haben viele schwere Waffen gefunden und gesehen, dass es ein neues Netzwerk um ihn herum gibt."

SC/se (afp, dpa, rtr)

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