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Aktuell Amerika

Weiterer Freispruch im Fall Freddie Gray

Der angeklagte Polizist fuhr den Wagen, in dem der Afroamerikaner Freddie Gray sich im April 2015 vermutlich die tödlichen Verletzungen zuzog. Auch dieser Polizist wurde in Baltimore freigesprochen.

Proteste in Baltimore vor dem Gericht beim Prozess im Fall Freddie Gray (foto: AP)

"Gerechtigkeit für Freddie Gray - Polizisten hinter Gitter", fordern die Demonstranten vor dem Gericht in Baltimore

Unschuldig in allen sieben Anklagepunkten, darunter Totschlag in besonders schwerem Fall: Richter Barry Williams verkündete in der US-Ostküstenstadt Baltimore im Fall Freddie Gray den Freispruch für den Polizeibeamten Caesar Goodson. Bereits vor einem Monat war ein anderer Polizist, Edward Nero, in dem Fall freigesprochen worden.

Der 25-jährige Afroamerikaner Gray hatte bei seiner Festnahme am 12. April 2015 so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und eine Woche später starb. Die Beamten sollen den an Händen und Füßen gefesselten Mann im Polizeitransporter bäuchlings mit dem Kopf nach vorn auf den Boden gelegt und nicht angeschnallt haben.

Insgesamt wurden sechs Beamte - drei Weiße und drei Schwarze - wegen des Falles in getrennten Verfahren angeklagt. Gegen drei der Polizisten gab es bislang Prozesse, von denen keiner mit einer Verurteilung endete. Vor den beiden Freisprüchen war im Dezember der erste Prozess gegen William Porter geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.

Der Angeklagte Caesar Goodson (M.) wird in Baltimore ins Gericht gebracht (foto: picture-alliance/dpa/M. Reynolds)

Der Angeklagte Caesar Goodson (M.) wird ins Gericht gebracht

In dem jetzt geendeten Verfahren stand der Fahrer des Transporters vor Gericht. Richter Williams gelangte zu dem Schluss, dass es keine Beweise dafür gebe, dass der ebenfalls afroamerikanische Beamte Goodson brutal mit Gray umgegangen oder mit übermäßiger Geschwindigkeit gefahren sei.

Die Behörden in Baltimore hatten vor dem Urteilsspruch an die Bevölkerung appelliert, sich ruhig zu verhalten. Sie verwiesen darauf, dass die Nationalgarde für den möglichen Einsatz gegen Unruhen bereit stehe. Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu kleineren Protesten.

Grays Tod hatte damals in der 600.000-Einwohner-Stadt heftige und teilweise gewalttätige Kundgebungen ausgelöst. Autos und Gebäude gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Auch international erregte der Fall Aufmerksamkeit.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze hatten in den vergangenen Jahren in den USA wiederholt für Empörung und Aufruhr in der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt. Im Sommer 2014 löste die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen aus. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war.

SC/sti (APE, afp, dpa)

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