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Nahost

Weitere zivile Opfer

Erneut schießen US-Soldaten laut Medienberichten auf irakische Zivilisten und töten einen Mann. Um Basra gibt es nach Militärangaben "brutale Straßenkämpfe".

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Aus Sicherheitsgründen:
"Fliegende" Straßenkontrollen

Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden haben US-Soldaten am Dienstag (1.4.2003) nach Medienberichten Zivilisten an Kontrollpunkten im Irak erschossen. Die Nachrichtensender CNN und BBC berichteten, US-Marinesoldaten hätten das Feuer auf ein Auto bei der Stadt Schatra im Südirak eröffnet, als das Fahrzeug nicht der Aufforderung zum Halten nachkam. Dabei sei der unbewaffnete Fahrer getötet und der Beifahrer verletzt worden, hieß es.

Flüchtlinge verlassen Basra, thumbnail

Flüchtlinge verlassen Basra (28.3.2003)

Am Montag (31.3.2003) hatten US-Soldaten einen Kleinbus mit Zivilisten bei Nadschaf beschossen und dabei nach unterschiedlichen Angaben zwischen sieben und zehn Zivilisten getötet. Die US-Zeitung "Washington Post" berichtet am Dienstag (1.4.2003) von zehn Toten, darunter fünf Kinder. Der Kleinbus habe nicht gestoppt, sagte ein Militärsprecher. Die Soldaten hätten an eine Selbstmordaktion geglaubt. Bei einer derartigen Aktion hatte ein Iraker am Wochenende vier US-Soldaten mit in den Tod gerissen.

3000 Bomben in 72 Stunden

Unterdessen setzten die alliierten Streitkräfte ihre Angriffe auf den Irak fort. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben die US-geführten Truppen seit Kriegsbeginn 8000 Bomben auf den Irak abgeworfen. Allein am Samstag, Sonntag und Montag seien es 3000 Bomben gewesen. Dadurch sei die irakische Armee erheblich geschwächt worden, berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Ministerium.

Laut des britischen Senders BBC kam es am Montag (31.3.2003) zwischen US-Einheiten und irakischen Elitetruppen der Republikanischen Garde südlich von Bagdad zu erbitterten Kämpfen. Dem Sender zufolge waren es die "ersten ernsthaften Zusammenstöße" mit den auf 60.000 Mann geschätzten Garde-Truppen.

Kampf um Basra

Powell warnt Syrien

Colin Powell

Im Südirak erzielten die britischen Streitkräfte im Raum Basra (Foto) laut BBC ihre "bisher größten Erfolge". Die rund 200.000 Einwohner zählende Stadt As Subayr sei nach "heftigen Gefechten" jetzt unter britischer Kontrolle, berichtete der Sender. Militärsprecher Piers Hankinson sprach von "brutalen Straßenkämpfen". Jetzt aber sei die Herrschaft des irakischen Staatschefs Saddam Hussein in As Subayr "ein für alle Mal vorbei".

Im Nordirak rückten kurdische Truppen weiter in Gebiete vor, die von der irakischen Armee aufgegeben wurden. Die irakischen Streitkräfte zögen sich weiter in Richtung der Ölstadt Kirkuk zurück, sagte der zur Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) gehörende Kommandeur Abdulrahman Kawrini am Montag vor Journalisten in der Stadt Erbil. KDP-Sprecher Hoschyar Sibari erklärte, ohne weitere Details zu nennen, die Nordfront werde bald einsatzbereit sein, und im Krieg eine entscheidende Rolle spielen. US-Kampfflugzeuge bombardierten am Montag im Nordirak erneut mutmaßliche Stellungen irakischer Truppen.

Im Kriegsgefangenenlager

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) besuchte erstmals seit Ausbruch des Krieges irakische Kriegsgefangene und registrierte sie. In einem Lager in der Nähe der Stadt Umm Kasr im Südirak gebe es etwa 3000 Gefangene, sagte der dortige IKRK-Mitarbeiter Andreas Kunze am Montagabend im Schweizer Fernsehen. 100 von ihnen seien namentlich erfasst worden Das dritte Genfer Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen berechtigt das IKRK zu Inspektionen.

Powell in Europa

US-Außenminister Colin Powell wird an diesem Dienstag (1.4.2003) zu Gesprächen in Ankara erwartet, wo er die türkische Regierung davon überzeugen will, keine Truppen in den Norden des Iraks zu schicken. Im Anschluss will er das NATO-Hauptquartier in Brüssel besuchen. (mas)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.