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Wirtschaft

Weitere Streiks bei Amazon

Die deutschen Mitarbeiter von Amazon wollen bessere Verträge. Der US-Versandhändler will darüber nicht verhandeln. Nach Koblenz wollen nun auch Beschäftigte weiterer Standorte die Arbeit niederlegen - kurz vor Ostern.

Es ist ein ungleicher Kampf: Die deutschen Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon wollen einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das lehnt der Riese aus den USA seit rund drei Jahren kategorisch ab. Amazon sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des in dieser Branche üblichen Gehalts.

Die Gewerkschaft Verdi setzt nun kurz vor dem Ostergeschäft auf Guerillataktik: kleine Nadelstiche, die aber schmerzen. "Es kann vor Ostern auch jederzeit kurzfristig an einem anderen Amazon-Standort zum Streik kommen. Wo und wann genau, lassen wir noch offen", sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel nach dem gestrigen Streik am Standort Koblenz.

Kommen die Osterpakete püntlich?

Seit Mittwoch sind auch Beschäftigte in den Versandzentren Rheinberg und Werne im Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) zu Streiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung gilt ab Donnerstagmorgen und soll bis zum Ende der Spätschicht am Samstag dauern, so die Gewerkschaft Verdi.

Streik Amazon Leipzig 18.07.2013

Seit drei Jahren kämpfen die Mitarbeiter von Amazon für mehr Lohn - hier im Juli 2013

Insgesamt beschäftigt Amazon mehr als 10.000 Menschen in Deutschland. In Europa hat er 29 Logistikzentren. Dementsprechend gelassen reagierte der Konzern auf die Kampfansage. Bei Streiks könnten auch andere Standorte einspringen, sagte Amazon-Sprecherin Anette Nachbar und versicherte: "Wir freuen uns, dass unsere Kunden ihre Osterpakete pünktlich bekommen werden."

Ob die Nadelstiche in Werne und Rheinberg dem Konzern weh werden, ist bisher offen. Die Gewerkschaft Verdi glaubt weiter an den Erfolg der Aktion und hält am langfristigen Ziel einer Aufwertung der Verträge fest. Sollte sich Amazon weiter verweigern, über die Tarifbindung zu verhandeln, werde es auch in diesem Jahr "unruhig", so der Gewerkschaftsverband aus NRW.

nm/bea (dpa, rtr, afp)

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