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Wirtschaft

Weitere Notfallhilfen der EZB für Griechenland

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Montag den finanziellen Spielraum für die griechischen Banken erneut erweitert. Es ist das dritte Mal innerhalb von sechs Tagen, dass die EZB eingreifen muss.

Der EZB-Rat werde bei Bedarf erneut zu einer Telefonkonferenz zusammenkommen, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person am Montag. Eine konkrete Zahl und weitere Einzelheiten waren zunächst nicht zu erfahren.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Obergrenze zunächst um 1,1 Milliarden Euro auf 84,1 Milliarden Euro erhöht. Wegen der hohen Geldabflüsse bei den Banken stockte sie das Limit dann am Freitag einem Regierungsvertreter zufolge um weitere 1,8 Milliarden Euro auf. Bankkunden hatten in der vergangenen Woche mehr als vier Milliarden Euro von ihren Konten Abgeräumt und damit das Bankensystem unter Druck gesetzt. Erst am Freitag hatte die EZB zum zweiten Mal binnen einer Woche den Rahmen für die sogenannten ELA-Notkredite erweitert. Diese Notkredite sind derzeit die zentrale Finanzierungsquelle für die Geldinstitute in Griechenland.

ELA steht für Emergency Liquidity Assistance, also Liquiditätshilfe im Notfall. Diese Kredite werden direkt von der nationalen Notenbank vergeben, aber zu deutlich schlechteren Konditionen als die üblichen EZB-Darlehen. Sie müssen vom EZB-Rat genehmigt werden. Innerhalb des Rats sind die Notkredite umstritten. So sieht Bundesbank-Chef Jens Weidmann darin eine versteckte Staatsfinanzierung durch die Notenbank, da die griechischen Banken mit solchen Krediten wiederum Staatsanleihen kaufen.

Griechische Notenbank warnt vor "schwierigem Dienstag"

Der Chef der griechischen Notenbank, Yannis Stournaras, hat Insidern zufolge bereits am Sonntag (21.06.2015) führende Banker von Kreditinstituten gewarnt, sie sollten sich auf einen schwierigen Dienstag einstellen, wenn am Montag keine Einigung auf dem Eurozonen-Gipfel erreicht werde. Stournaras hatte am Freitag ein Treffen mit führenden Bankern einberufen, um über die eskalierende Krise zu beraten. Zuvor waren die Geldabflüsse von den Banken auf mehr als eine Milliarde Euro am Tag gestiegen.

Stournaras habe bei dem Treffen nicht über die Verhängung von Kapitalverkehrskontrollen gesprochen, sagten zwei führende Banker der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe aber deutlich gemacht, dass die Lage ernst würde. "Wenn es keine Einigung gibt, wird Dienstag ein schwieriger Tag werden, und dann müssten Entscheidungen getroffen werden, wurde uns gesagt", erklärte ein Banker, der an dem Treffen teilnahm. Dabei sei es auch um logistische Fragen wie die Bargeldversorgung und die Bestückung von Geldautomaten gegangen.

iw/hb (rtrs, afp)