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Aktuell Europa

Weitere Leichen auf der Costa Concordia

Fast sechs Wochen nach dem Kentern der "Costa Concordia" haben Taucher acht Leichen in dem Kreuzfahrtschiff entdeckt. Damit wurden bisher insgesamt 25 Todesopfer gefunden. Sieben Menschen gelten noch als vermisst.

Nach vier Toten am Vormittag sichteten die Bergungsteams später vier weitere Leichen, wie italienische Medien übereinstimmend unter Berufung auf den Krisenstab berichteten. Alle befanden sich in dem überfluteten Teil des Kreuzfahrtschiffes. Die "Costa Concordia" war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio havariert.

Die ersten drei der gefundenen Toten - ein Kind, eine Frau und ein Mann - sind bereits geborgen und nach Grosseto in ein Leichenschauhaus gebracht worden. Danach mussten die Bergungsarbeiten wegen sich verschlechternder Wetterlage unterbrochen werden. Die Bergung der Toten werde wegen erschwerter Arbeitsbedingungen länger dauern, hatte es zunächst geheißen.

Unter den Toten soll auch eine fünfjährige Italienerin sein, deren Schicksal in Italien viel Anteilnahme gefunden hatte. Sie war zusammen mit ihrem kranken Vater auf der Kreuzfahrt. Dieser ist unter den Vermissten. Ansonsten wurde über die Identität der jetzt entdeckten Leichen zunächst nichts bekannt. Vor drei Wochen war das bisher letzte Opfer identifiziert worden.

Anfang Februar hatten die Rettungskräfte auf Giglio die Suche nach den Vermissten im versunkenen Teil des Wracks offiziell eingestellt. Grund dafür war vor allem die Sicherheit der Taucher, die an dem halb untergegangen Wrack arbeiteten. Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden der Havarie über den möglichen Verbleib von Vermissten waren Taucher nach längerer Pause gezielt wieder auf die Suche in dem Wrack gegangen.

Ermittlungen auf weitere Verdächtige ausgeweitet

Gegen den Kapitän Francesco Schettino wird seit dem Unfall wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Der 52-Jährige ist unter Hausarrest. Das Schiff war auf seiner nächtlichen Fahrt zu nahe an die Insel Giglio herangekommen und hatte einen Felsen gerammt. Die Ermittlungen werden jetzt über Schettino und seinen ersten Offizier Ciro Ambrosio hinaus noch auf sieben weitere Verdächtige ausgedehnt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Es handele sich um vier Offiziere des Schiffes und drei Beschäftigte der verantwortlichen Reederei Costa Crociere.

Einen ersten Beweissicherungstermin haben die Ermittler für den 3. März angesetzt. Dabei geht es um den Fahrtenschreiber des Schiffes, der Auskunft über den Hergang des Unfalls geben soll. Das Leeren der Tanks der "Costa Concordia" ist unterdessen vorangekommen. Zwei Drittel der 2380 Kubikmeter Treibstoff, ganz überwiegend gefährliches Schweröl, sind abgepumpt. Damit hat sich die Gefahr einer größeren Ölpest im toskanischen Archipel verringert. Das restliche Öl soll in den nächsten Wochen abgepumpt werden.

je/wl (dpa, rtr, dapd)