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Nahost

Weitere Hilfslieferungen für den Irak

Die US-geführten Truppen sollen im Nordirak einen Flugplatz eingenommen haben. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt in seiner Debatte den umstrittenen Krieg. Hilfslieferungen in den Irak sind bald auch per Schiff möglich.

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Die ersten Lebensmittelpakete kamen bereits am Mittwoch in Umm Kasr an

Zu Beginn der zweiten Kriegswoche hat die US-Armee offenbar begonnen, eine Nordfront im Irak aufzubauen. Bis zu 1000 Fallschirmjäger landeten am Mittwochabend (26.3.2003) auf einem Flugplatz in dem von Kurden kontrollierten Gebiet, wie ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums mitteilte. Das Flugfeld soll laut Militärangaben als Brückenkopf dienen, über den weitere Soldaten und Kriegsgerät herangeschafft werden könnten.

Minen behindern Schiffe

Der Start von Hilfslieferungen auf dem Seeweg für die Bevölkerung im Süden Iraks hat sich am Donnerstag (27.3.2003) verzögert. Der Kommandeur der britischen Streitkräfte in der Golfregion, General Brian Burridge, teilte mit, dass in den Schifffahrtswegen zum Hafen von Umm Kasr zwei Minen entdeckt worden seien. Marinetaucher brachten sie mit Hilfe von speziell ausgebildeten Delphinen zur Explosion. Vor der südirakischen Stadt Umm Kasr, die von den US-geführten Truppen inzwischen eingenommen wurde, warteten mehrere Schiffe mit Hilfsgütern auf die Einfahrt. Am Mittwoch waren sieben Lastwagen mit Hilfsgütern auf dem Landweg von Kuwait aus in Umm Kasr eingetroffen.

Unklare Truppenbewegungen

Panzer auf Straße in Irak

Schottische Soldaten im Süden des Iraks Anfang der Woche

Im Süden und in der Mitte des Iraks gibt es nach Medienberichten anscheinend irakische Truppenbewegungen. Das US-Militär widersprach unterdessen Medienberichten, wonach es sich bei den südliche Bagdads vorrückenden irakischen Militärfahrzeugen um eine große Kolonne handele. Der Generalstabschef für die US-Truppen am Golf, General Richard Myers, sagte in Washington, es seien nur "ein paar leichte Fahrzeuge", die sich von Bagdad auf Kerbala zubewegten. Der US-Fernsehsender CNN hatte am Mittwochabend berichtet, die Kolonne bestehe aus rund 1000, möglicherweise gepanzerten Fahrzeugen. Die Kolonne der irakischen Elitetruppe Republikanischen Garde befinde sich auf dem Weg nach Nadschaf, wo sich irakische Einheiten heftige Gefechte mit den US-Truppen lieferten,hieß es in dem Fernsehbericht. Die Truppenverlegung geschehe unter der Deckung eines seit Tagen anhaltenden Sandsturmes, der die Sicht einschränke.

Nach dem Bericht eines Reporters des britischen Senders BBC soll sich außerdem eine irakische Militärkolonne mit 70 bis 120 Panzern und Panzerfahrzeugen südöstlich der Stadt Basra in Richtung der Halbinsel Fau in Bewegung gesetzt haben. Der britische Geschwaderführer Simon Scott bestätigte in Katar, die irakische Panzerkolonne bewege sich südöstlich in Richtung der britischen Stellungen auf der strategisch wichtigen Halbinsel zu. Das militärische Ziel der Offensive sei bislang unklar.

Zunächst Widerstand bekämpfen

Verteidigungsminister Geoff Hoon Großbritannien

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon

Der Vormarsch der amerikanischen und britischen Truppen nach Bagdad ist nach Angaben der irakischen Führung zum Stillstand gekommen. "Sie bewegen sich nicht mehr vorwärts", sagte Informationsminister Mohammed Sajjid El Sahhaf am Mittwoch in Bagdad. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon meldete kein weiteres Vorrücken der alliierten Verbände auf Bagdad seit Dienstag. Die USA wollen ihre Truppen nach eigenen Angaben im Irak noch einmal um 30.000 Mann verstärken, und ihre Strategie ändern. Vorrang soll zunächst die Bekämpfung des irakischen Widerstands in der Mitte und im Süden des Landes haben.

Nach dem Krieg soll die UN wieder mitreden

Unterdessen trafen sich US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair zum ersten Mal seit Beginn des Krieges auf Bushs Landsitz in Camp David. Die Militärtruppen der beiden Länder führen den Krieg gegen den Irak an. Bei dem zweitägigen Gipfeltreffen soll es unter anderem um die Rolle der Vereinten Nationen (UN) in der Zeit nach dem Krieg gehen.

Erste öffentliche UN-Debatte seit Kriegsbeginn

Knapp eine Woche nach dem Beginn des Irak-Krieges sind die alliierten Angriffe im UN-Sicherheitsrat verurteilt worden. Die meisten der mehr als 60 Redner der ersten öffentlichen Debatte der UN nach Beginn der Kämpfe wiesen darauf hin, dass der Krieg durch den Sicherheitsrat nicht autorisiert sei. Nach fünf Stunden wurde die Debatte unterbrochen. Sie soll am Donnerstagmorgen (15.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit) fortgesetzt werden. (kap)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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