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Aktuell Afrika

Weitere Frauen in Nigeria entführt

Mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram haben in Nigeria mindestens 20 junge Frauen entführt. Der Überfall fand in der Gegend statt, wo im April über 200 Schülerinnen verschleppt worden waren.

Die Angreifer kamen am helllichten Tag auf Motorrädern und in Fahrzeugen. "Sie hatten schwere Waffen dabei", sagte ein Bürger des Dorfes Dikway nahe Chibok im Bundesstaat Borneo, aus dem die Frauen verschleppt wurden. Diese seien gefangen genommen worden, während ihre Männer mit dem Vieh unterwegs waren. Drei Dorfbewohner, die versucht hätten, die Frauen vor den Angreifern zu schützen, seien ebenfalls entführt worden, hieß es. Auch hätten die Täter zahlreiche Häuser in Brand gesteckt.

Abubakar Shekau (Foto: dpa)

In einem Video bekannte sich Boko Haram-Anführer Abubakar Shekau im Mai zur Entführung der Schülerinnen

Rinder als Lösegeld?

Ein Vertreter einer örtlichen Organisation sprach sogar von 40 jungen Müttern, die ausgewählt und in Fahrzeugen weggebracht worden seien. Demnach könnte es sich um Verschleppungen handeln, bei denen die Entführer im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln dutzende Rinder verlangen. Das sei schon oft vorgekommen, sagte der Vertreter der Organisation, die Hirten vertritt.

Behörden arbeiten an einer Reaktion

Die Behörden ermittelten in dem Fall, teilte ein Regierungsbemter mit, der anonym bleiben wollte. "Wir müssen uns noch ein genaues Bild von der Tat machen, und dann entscheiden wir, welche Maßnahmen ergriffen werden", betonte er.

Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia errichten. Die Gruppe verübt immer wieder schwere Anschläge. Kurz nach der Entführung der mehr als Schülerinnen hatte sie gedroht, diese als Sklavinnen verkaufen zu wollen. Trotz intensiver Suche auch mit internationaler Hilfe fehlt von den Mädchen weiter jede Spur.

uh/sti (dpa,afp)