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Nach dem Anschlag von Manchester

Weitere Festnahme in Manchester

Bei den polizeilichen Ermittlungen zu dem Anschlag kehrt allmählich so etwas wie angespannte Routine ein. Barack Obama nutzte derweil eine Preisverleihung in Deutschland für ein Plädoyer für eine freie Gesellschaft.

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Polizei nimmt den zehnten Verdächtigen fest

Die Polizei in Manchester hat am Morgen einen weiteren Verdächtigen in Gewahrsam genommen. Der Mann sei am Morgen im Stadtviertel Moss Side in der nordwestenglischen Stadt festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Ein zuvor gefasster Mann wurde dagegen wieder freilassen. Damit befinden sich derzeit insgesamt acht Verdächtige in britischem Polizeigewahrsam. Was genau ihnen zur Last gelegt wird, teilten die Behörden nicht mit. In Libyen waren am Mittwoch zudem der Vater und der Bruder des Selbstmordattentäters festgenommen worden.

Für den Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester am Montagabend wird der 22-jährige Salman A., ein libyschstämmiger Brite, verantwortlich gemacht. Er riss 22 Menschen mit in den Tod, mehr als 70 erlitten Verletzungen. Unter den Opfern sind viele Kinder und Jugendliche.

Britische Polizei kooperiert wieder mit US-Behörden

Die britische Polizei nahm zudem wieder die Zusammenarbeit mit den US-Behörden auf. Sie habe "neue Zusicherungen" erhalten, sagte der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley. Die Briten hatten die Weitergabe von Informationen gestoppt, nachdem in US-Medien Fotos und Details zu den Ermittlungen veröffentlicht wurden. US-Präsident Donald Trump sprach von einem sehr beunruhigenden Informationsleck. Er kündigte Ermittlungen und gegebenenfalls eine Bestrafung des Täters an.

Obama: Mit Entschlossenheit und Güte reagieren

Der frühere US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Tat von Manchester als einen Anschlag auf die offene und freie Gesellschaft: "Ich habe aber Vertrauen in die Menschen, dass sie darauf nicht nur mit Angst, sondern mit Entschlossenheit und Güte reagieren", sagte Obama am Donnerstagabend in Baden-Baden. Es sei eine der größten Errungenschaften, dass die USA und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg eine bessere Vision der Gesellschaft geschaffen hätten.

Obama mahnte, dass Staaten auch heute nicht in Nationalismus verfallen, sondern zusammenarbeiten müssten. "Sonst öffnen wir die Türen für diejenigen, die sagen, dass Demokratie nicht funktioniert", sagte er. Wichtig sei, dass die Bürger ihren Staat mitgestalten. "Wir brauchen gebildete kritische Bürger und unabhängigen Journalismus." Des Weiteren müssten die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern verringert werden. Anderenfalls gebe es mehr Konflikte, Terrorattacken und Gefahren. Obama war in Baden-Baden mit dem diesjährigen Deutschen Medienpreis ausgezeichnet worden.

sti/ml (dpa, rtr, epd)

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