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Südkorea

Weitere Festnahme im südkoreanischen Korruptionsskandal

Nicht nur die enge Freundin von Südkoreas vorläufig entmachteter Präsidentin Park Geun Hye steht im Verdacht, zu stark von der Beziehung profitiert zu haben. Jetzt wurde auch deren Tochter festgenommen.

Südkorea Korruptionsskandal Chung Yoo-ra (Reuters/K. Hong-Ji)

Chung Yoo Ra ist eine erfolgreiche Dressurreiterin

Chung Yoo Ra, die Tochter der Präsidenten-Freundin Choi Soon Sil, wurde in der dänischen Stadt Aalborg festgenommen. Sie soll sich illegal in Dänemark aufgehalten haben, ihr Visum war abgelaufen. 

Südkoreas Behörden hatten schon lange versucht, Chung festzunehmen und zu verhören. Sie steht im Verdacht, sich durch die enge Beziehung zwischen ihrer Mutter und der vorläufig entmachteten Präsidentin Park Geun Hye Vorteile verschafft zu haben. So soll sie etwa Vorzugsbehandlungen von einer Elite-Universität in Seoul erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen zwei Samsung-Manager, die Chung Reitunterricht in Deutschland finanziert haben sollen. Die 20-Jährige war zuletzt in Deutschland vermutet worden. Südkorea verhandelt nun mit den dänischen Behörden über eine Überstellung in ihr Heimatland.

Mutter im Zentrum des Korruptionsskandals

Ihre Mutter, Choi Soon Sil, steht derzeit vor Gericht. Sie soll sich in Staatsgeschäfte eingemischt und ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um sich persönlich zu bereichern. Der Skandal ist seit Monaten das Thema in Südkorea und hat zu einer politischen Krise geführt. Das Parlament in Seoul hatte Anfang Dezember - nach monatelangen Massenprotesten - für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park gestimmt, die damit umgehend ihre Amtsvollmachten verlor. Das Verfassungsgericht prüft nun, ob die Amtsenthebung gültig ist. Sollte Park dauerhaft von ihrem Amt entbunden werden, muss ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden, möglicherweise bereits Ende März. Ihre Amtsgeschäfte führt derzeit kommissarisch Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn.   

Park selbst sieht sich als Opfer "irreführender Berichterstattung" und falscher Verdächtigungen. Erst am Sonntag hatte sie in einem Interview den Vorwurf zurückgewiesen, ihrer Freundin Choi erlaubt zu haben, Einfluss auf die Regierungsgeschäfte zu nehmen. Es war Parks erstes Interview seitdem das Parlament das Amtsenthebungsverfahren gegen sie beschlossen hatte. 

chr/fab (dpa, afp, rtr)