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Nahost

Weitere Ausländer im Irak entführt

Die Freilassung der drei im Irak verschleppten Japaner verzögert sich. Nun sind auch sieben Chinesen entführt worden. Zwei deutsche Sicherheitsbeamte, die seit Tagen im Irak vermisst werden, sollen tot sein.

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Die drei vermissten Japaner

Die Zahl der im Irak entführten Ausländer steigt an. Nun sollen sieben Chinesen in der irakischen Stadt Falludscha entführt worden sein. Nach Angaben der amtlichen chinesischen Medien vom Montag (12.4.2004) waren die 18 bis 49 Jahre alten Männer am Sonntagmorgen mit dem Auto aus Jordanien in den Irak eingereist. Die chinesische Botschaft in Bagdad habe einen Krisenstab gebildet und stehe in direktem Kontakt mit der irakischen Übergangsverwaltung sowie gesellschaftlichen Gruppen, um eine Freilassung zu erreichen. Die Regierung in Peking hat die Entführung der sieben Chinesen am Montag auf der Webseite des Außenministeriums bestätigt. Die Meldung über die Entführung dürfte den für Dienstag (13.4.2004) geplanten Besuch von US-Vizepräsident Dick Cheney in Peking überschatten. Die chinesische Regierung hatte sich vehement gegen einen Krieg im Irak ausgesprochen und keine Truppen in das Land entsandt. Ursprünglich sollte das Thema Irak bei Cheneys Visite keine große Rolle spielen.

Entführter Brite ist frei

Ein im Irak verschleppter Brite wurde am Sonntag (11.4.2004) von seinen Entführern freigelassen. Das teilte das britische Außenministerium in London mit. Der 37-jährige Gary Teeley befinde sich wohlbehalten in der Obhut der Koalitionstruppen. Über die näheren Umstände seiner Freilassung wurden keine Angaben gemacht. Teeley war am 5. April in Nassirijah im Süden des Iraks von irakischen Milizionären entführt worden. Er ist bei einer Firma aus Katar auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Nasirija beschäftigt.

Das Schicksal von drei japanischen Geiseln im Irak, deren Freilassung für Sonntag erwartet worden war, bleibt weiter ungewiss. Ein Regierungssprecher erklärte am Montag in Tokio, frühere Einschätzungen, dass die Entführten in Sicherheit seien, seien "nun unbestätigt".

Bei den Kämpfen im Irak seit Anfang April sind wahrscheinlich auch zwei deutsche Sicherheitsbeamte von Aufständischen getötet worden. Die beiden verschollenen Deutschen seien "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tot, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Sonntag mit. Nach ARD-Informationen wurde ein Grab gefunden, in dem die Leichen der beiden Männer vermutet würden. Mitarbeiter der deutschen Botschaft hätten zudem Videoaufnahmen der Leichen gesehen und die zum Schutz der Vertretung abgestellten Sicherheitsbeamten erkannt, berichtete die Nachrichtensendung "Tagesschau" am Sonntagabend. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Angespannte Waffenruhe

Unterdessen ist die Waffenruhe in der seit fast einer Woche von US-Truppen belagerten Stadt Falludscha bislang weitgehend eingehalten worden. Dagegen kam es im Westen von Bagdad am Sonntag zu heftigen Gefechten. Ein US-Hubschrauber wurde abgeschossen, die beiden Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Am Freitag und Samstag wurden bei einer Serie von Angriffen insgesamt zwölf US-Soldaten getötet. Diese Zahl nannten die amerikanischen Streitkräfte am Sonntagabend in Bagdad. Damit ist die Zahl der getöteten Amerikaner seit Kriegsbeginn im März 2003 auf mindestens 663 gestiegen. Allein seit dem 4. April, dem Beginn des jüngsten Aufstands schiitischer Milizen im Süden und radikaler Sunniten in der Stadt Falludscha, seien fast 70 US-Soldaten gestorben. Unter den Irakern soll es seit Anfang des Monats mehr als 600 Tote geben haben.( kap)

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