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Nahost

Weitere Anschläge trotz Großrazzia

Mit der "Operation Blitzschlag" wollen US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte die Gewalt im Irak eindämmen. Bislang ist die Aktion ein Misserfolg und Bombenanschläge gehören weiterhin zum Alltag.

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Chaos und Panik nach dem Anschlag in der irakischen Stadt Hilla

Trotz der irakisch-amerikanischen Offensive setzen die Aufständischen ihre blutigen Anschläge fort. Ein Attentäter zündete am Montag (30.5.2005) in Hilla seinen Sprengstoffgürtel inmitten einer Gruppe von Polizisten, die vor dem Gouverneursgebäude gegen die verspätete Auszahlung ihrer Gehälter protestierten.

Ein zweiter Attentäter sprengte sich vor der Gesundheitsbehörde in die Luft. Dort standen Dutzende Iraker an, um sich für die Arbeit bei der Polizei untersuchen zu lassen. Bei beiden Anschlägen wurden mindestens 27 Menschen getötet, weitere 128 wurden verletzt.

Die Sicherheitskräfte riegelten den Tatort in der rund 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt sofort ab.

Zu dem offenkundig koordinierten Doppelanschlag bekannte sich die Extremisten-Organisation El Kaida.

In Kirkuk erlag ein hoher kurdischer Beamter den Folgen eines Mordanschlags. Auf Generalmajor Ahmed al Barasantschi waren am Sonntagabend mehrere Schüsse abgefeuert worden. Der Ex-Polizeichef von Kirkuk leitete die Behörde für Auslandsbeziehungen in der kurdischen Provinz.

Versehentliche Festnahme

Irakische Kinder und ein US-amerikanischer Soldat

Die Lage im Irak ist weiterhin angespannt

Für weitere Unruhe sorgte die Festnahme des führenden sunnitischen Politikers Mohsen Abdul-Hamid durch US-Soldaten. Seine Ehefrau sagte, die US-Soldaten seien am Montagmorgen unter Einsatz von Schusswaffen und Blendgranaten in das Haus der Familie sowie das ihres Sohns eingedrungen.

Der Generalsekretär der Islamischen Partei, Ajad al Samarei, sprach daraufhin von einem "provokativen und törichten Akt". Die Amerikaner hätten den Führer der einzigen sunnitischen Partei festgenommen, die sich für eine friedliche Lösung der Spannungen im Land einsetze.

Auch der irakische Präsident Dschalal Talabani reagierte überrascht auf die Meldung von der Festnahme. In einer Presseerklärung forderte er die sofortige Freilassung des Politikers.

Noch am Montag räumte die US-Armee schließlich ein, Mohsen Abdel Hamid versehentlich festgenommen zu haben. Der Politiker wurde deshalb nach seiner Vernehmung wieder freigelassen.

"Operation Blitzschlag"

Die "Operation Blitzschlag" wurde am Sonntag (29.5.2005) gestartet. Ziel der Aktion ist es, gegen Aufständische vorzugehen und das Land nach mehreren erfolglosen Versuchen endlich zu stabilisieren. Insgesamt beteiligen sich 40.000 irakische Soldaten sowie Koalitionstruppen an dem bisher größten Einsatz, der sich zunächst auf die Hauptstadt Bagdad konzentriert.

Man wolle "mit eiserner Faust" gegen die Extremisten vorgehen. Ziel sei es, "all jene Aufständischen festzunehmen, die versuchen, dieses Land zu zerstören", sagte Militärsprecher Ihssan Abdel Hamsa.

Zum Auftakt errichteten die Sicherheitskräfte zahlreiche Kontrollpunkte in der Stadt. Hunderte Fahrzeuge wurden überprüft und mehrere Häuser durchsucht. Mit Straßensperren sollen die Rebellen aufgehalten und bei Razzien schließlich gefasst werden. (iu)

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