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Nahost

Weiter Terror-Krieg im Irak

Kurz vor dem Jahrestag des Kriegsbeginns führten die Attacke und weitere Angriffe auf US-Soldaten und irakische Journalisten auf grausame Weise vor Augen, dass die Sicherheitslage in Irak nach wie vor katastrophal ist.

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Einen Tag nach der verheerenden Bombenexplosion vor
einem Hotel in Bagdad haben die Rettungskräfte ihre Suche nach Überlebenden eingestellt. Die US-Streitkräfte korrigierten die Zahl der Todesopfer von 27 auf 17, unter ihnen ist auch ein Brite. Mindestens 45 Menschen wurden verletzt, als sich am Donnerstagabend (17.3.2004) ein Selbstmordattentäter mit seinem sprengstoffbeladenen Wagen vor dem fünfstöckigen Gebäude in die Luft sprengte. Zahlreiche angrenzende Häuser wurden von der Detonation schwer beschädigte.

Explosion in Bagdad

Suche nach Opfern des Anschlags

US-Oberst Jill Morgenthaler bestätigte, dass der Angriff von einem Selbstmordattentäter verübt wurde. Möglicherweise sei jedoch das Hotel "Berg Libanon" nicht das eigentliche Ziel gewesen, da der Wagen bei der Explosion mitten auf der Straße stand und nicht vor dem Hotel geparkt war. Das Hotel stand in einem Wohngebiet mit Geschäften und Bürogebäuden. Was das eigentliche Ziel der Terroristen gewesen sein könnte, sagte die Sprecherin nicht.

Ein amerikanischer Terrorismusexperte erklärte, der jordanische Islamist Abu Musab el Sarkawi gelte als einer der Hauptverdächtigen. Ein Sprecher des irakischen
Regierungsrates, Hamid el Kafaai, machte das Terrornetzwerk El Kaida verantwortlich.

Eine "Tragödie"

UN-Generalsekretär Kofi Annan rief die internationale Staatengemeinschaft auf, sich stärker als bisher um einem Frieden in Irak zu bemühen. Die sich häufenden brutalen Attacken in Bagdad seien eine "Tragödie", sagte Annan dem japanischen Sender NHK. Die Angriffe machten die Bemühungen um Stabilität zunichte.

Zuvor hatte der irakische Regierungsrat Annan um die Entsendung eines neuen UN-Teams gebeten, das dem Rat bei der Zusammenstellung einer Übergangsregierung bis zum 30. Juni 2004 helfen soll.

Zahlreiche Vorfälle

Drei irakische Journalisten, die für den US-gesponserten Sender Dijala TV arbeiteten, wurden am Donnerstag (18.3.2004) von Unbekannten erschossen. Die Angreifer hätten in Bakuba nordöstlich Bagdads das Feuer auf den Minibus der Journalisten eröffnet, sagte Sanaa el Daghistani, Informationsdirektor von Dijala TV. Neun weitere Mitarbeiter des Senders seien verletzt worden.

Bei Angriffen mit Mördergeschossen auf zwei US-Stützpunkte wurden am Mittwoch (17.3.2004) drei Soldaten getötet und neun weitere verletzt, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Eine Attacke erfolgte auf das Hauptquartier des 13. Armeekorps für Logistik in der Stadt Balad. Ein US-Soldat sei sofort tot gewesen, der zweite sei später in einem Feldlazarett gestorben. Der zweite Angriff wurde auf einen Stützpunkt der Marineinfanteristen in Husajba an der syrischen Grenze verübt, dabei wurde ein Soldat getötet.

Die Vereinten Nationen hatten sich nach dem Bombenanschlag auf ihr Hauptquartier in Bagdad im August vorigen Jahres aus Sicherheitsgründen aus Irak zurückgezogen. Bei dem Anschlag wurden damals 23 Menschen getötet, darunter der UN-Gesandte Sergio Vieira de Mello. (kas)

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