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Nahost

Weiter kein Kontakt, keine Spur

Von den beiden Deutschen fehlt auch am dritten Tag noch jede Spur. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt fahndet nach Hinweisen auf den Aufenthalt der beiden Ingenieure.

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Der entführte René Bräunlich

Zu den Entführern hatte die Bundesregierung auch zwei Tage nach der Verschleppung nach Angaben von Außenamts-Staatsminister Gernot Erler noch keinen Kontakt. Der Krisenstab, der am Donnerstag (26.1.) erneut tagte, bemühe sich aber intensiv darum.

Gernot Erler

Gernot Erler im Bundestag (2004)

Erler kritisierte am Rande einer Bundestagssitzung erneut, dass mit der Entsendung der Ingenieure die sehr eindringliche Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ignoriert worden sei. "Jeder Entscheidungsträger, der sich gegen solche Empfehlungen entscheidet, tut das in eigener Verantwortung." Die Industrieregion um Baidschi, wo die Männer entführt wurden, sei als eine der gefährlichsten Regionen bekannt. "Wir verfügen seit längerem über Informationen, dass hier eine mögliche Infiltrierung von Aufständischen bis in die Betriebe hinein vorliegt", sagte der Staatsminister. Medienberichte, wonach die beiden Ingenieure in der Gewalt des harten Kerns des irakischen Widerstands seien, nannte Erler Spekulationen.

Beteiligung an den Kosten?

Mehrere Politiker forderten eine Beteiligung der sächsischen Firma Cryotec an den Kosten, die Deutschland durch die Bemühungen um die Freilassung der beiden Männer entstehen. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt nannte die Debatte unangezeigt und forderte zur Zurückhaltung im Interesse der Verschleppten auf.

Die beiden Ingenieure waren nach Angaben der irakischen Polizei am Dienstag gegen 06.30 Uhr (MEZ) von mindestens sechs schwer bewaffneten Männern in der Industriestadt Baidschi verschleppt worden, als sie mit einem Auto an ihrer Arbeitsstelle vorfuhren. Die Wartungsingenieure waren erst in der vergangenen Woche im Irak angekommen und sollten eine Produktionsanlage installieren.

Rund 100 Deutsche im Irak

Im Irak halten sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes zurzeit rund 100 Deutsche auf. Dabei handele es sich überwiegend um Personen, die familiäre Bindungen in dem Land hätten. Nach Aussage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) arbeiten maximal 30 Deutsche im Irak für Firmen, vor allem in den relativ sicheren kurdischen Provinzen im Norden des Landes. Die 30 bis 40 deutschen Unternehmen, die im Irak tätig seien, hätten fast nur irakische Mitarbeiter. (sams)

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