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Nationalmannschaft

Weiter als Philipp Lahm

Joshua Kimmich ist mit seinen 22 Jahren aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kaum mehr wegzudenken. Auf seiner Position ist er momentan konkurrenzlos - und wandelt auf den Spuren eines ganz Großen.

Da sitzt er nun, nur wenige Kilometer entfernt von seiner Ausbildungsstätte: Joshua Kimmich, gelernter Mittelfeldspieler, umgeschulter Außenverteidiger und der einzige Aktive, der die letzten 19 Länderspiele über 90 Minuten am Stück auf dem Platz gestanden hatte. Frisch geduscht nach dem vormittäglichen Training mit der DFB-Auswahl, die Haare brav gegelt, konzentrierter Blick. Kimmich sieht bei der Pressekonferenz vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien an diesem Freitag in Prag und dann am Montag gegen Norwegen in Stuttgart immer noch so aus, als wäre er dem Internat des benachbarten VfB Stuttgart gerade erst entwachsen, tatsächlich aber ist er inzwischen ein gestandener Nationalspieler.

Beim DFB wissen sie, was sie an ihm haben. Team-Manager Oliver Bierhoff gerät geradezu ins Schwärmen über den Bayern-Profi: "Er ist ein Supertyp, hat unheimlich viel Energie, ist ehrgeizig und vielseitig einsetzbar. Er ist sehr wachsam und kann Dinge schnell umsetzen." Damit stößt er in ein ähnliches Horn wie jüngst Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der Kimmich sogar für weiter hält, als es der kürzlich abgetretene Weltmeister und Superstar Philipp Lahm mit 22 Jahren war.

Bildkombo Joshua Killich und Philip Lahm (Links: picture-alliance/dpa/S. Simon | Rechts: picture-alliance/dpa/H. Britsch)

Kimmich könnte eine Ära prägen, Lahm hat das eindrucksvoll getan

Viel Lob, das es zu parieren gilt für den jungen Mann auf dem Podium. Und auch das meistert er mit Bravour: "Es ist mein Ziel", referiert er da, "die Menschen, die an mich glauben, nicht zu enttäuschen - auch mich selbst nicht, mich weiter zu entwickeln, alles zu geben. Wie weit es dann gehen wird, weiß keiner hier im Raum."

Viele Spiele machen

Dass er es weit bringen wird, daran bestehen bei den wenigsten Experten Zweifel. Auch wenn Kimmich, der vor gut zwei Jahren von RB Leipzig nach München kam, in der vergangenen Saison ausgerechnet jener Philipp Lahm im Wege stand. Das defensive Mittelfeld, Kimmichs erklärte Lieblingsposition, mehrfach überbesetzt beim Deutschen Meister, und auf der defensiven rechten Außenbahn kam er noch nicht am großen Vorbild vorbei. Ergo saß der gebürtige Schwabe in der Spielzeit 2016/17 häufig auf der Bank, besonders in wichtigen Spielen.

"Er hatte eine schwere Zeit im letzten Jahr", attestiert ihm Bierhoff, "aber ich bin froh, dass sich Bayern so zu ihm bekannt hat." Nun, wo Lahm seine Karriere auch im Verein beendet hat, steht Kimmich die Welt offen. Zumindest die auf der rechten Abwehrseite. Denn dort ist die Konkurrenz dünn, bei den Bayern und auch in der Nationalmannschaft. "Ziel ist es, mich bei Bayern durchzusetzen, dort viele Spiele zu machen", sagt denn auch Kimmich, das sei die Basis. Beim Confed-Cup-Sieg in Russland hat er die gemacht, war einer der Erfolgsgaranten.

GES/Fussball/Abflug der deutschen Nationalmannschaft nach Frankfurt (picture alliance/GES/Markus Gilliar)

Mit dem Confed Cup zurück aus Russland

Bundestrainer Joachim Löw hatte kürzlich das Rennen um die Plätze für den WM-Kader 2018 in Russland für eröffnet erklärt, einen harten Konkurrenzkampf vorausgesagt. Bleibt er gesund, muss sich Joshua Kimmich keine Gedanken machen, dabei zu sein. Im Gegenteil - er wird von den Journalisten sogar gebeten, sich zur Gefühlslage seines momentan eher unglücklichen, weil bei den Bayern oft übergangenen Kollegen Thomas Müller zu äußern.

Auch das tut er souverän: "Auch wenn er nicht gespielt hat, ist er für die Mannschaft sehr positiv", berichtet Kimmich über den Weltmeister, "da gibt es andere Spieler, die sich in einer solchen Situation ganz anders verhalten würden." Es selbst ist in ähnlicher Situation ebenfalls ruhig geblieben, hat weiter an sich gearbeitet. Hoch professionell. Wie damals Philipp Lahm. Einer großen Karriere scheint nichts mehr im Wege zu stehen.

 

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