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Frankreich

Weil er Flüchtlingen half: Landwirt vor Gericht

Eigentlich wollte er Gutes tun und Menschen in Not helfen: Ein französischer Landwirt brachte mehrere Flüchtlinge über die Grenze. Jetzt wird ihm dafür in Nizza der Prozess gemacht.

Während des Flüchtlingstrecks von Südeuropa in den Norden im vergangenen Jahr wurde die französisch-italienische Grenze gut überwacht. Also brachte ein französischer Landwirt Flüchtlinge ohne Papiere mit dem Auto von Italien nach Frankreich. Diese Aktion ist illegal. Deswegen muss sich Cédric Herrou nun vor Gericht verantworten.

Für seine Art der Flüchtlingshilde erntete er großen Zuspruch. Zum Auftakt des Prozesses in der südfranzösischen Stadt Nizza versammelten sich rund 300 Unterstützer Herrous vor dem Gerichtsgebäude. "Unsere Aufgabe ist es, den Menschen beim Überwinden der Gefahren zu helfen", sagte der Landwirt. "Und die Gefahr ist diese Grenze."

Unterstützung illegaler Einwanderer

Dem 37-Jährigen wird vorgeworfen, Ausländern ohne gültige Papiere dabei geholfen zu haben, nach Frankreich einzureisen und sich in dem Land aufzuhalten. Herrou und andere Aktivisten hatten zudem im vergangenen Oktober rund 50 Flüchtlinge aus Eritrea in einer aufgegebenen Ferienanlage der Staatsbahn SNCF in Saint-Dalmas de Tende untergebracht, etwa 75 Kilometer nord-östlich von Nizza gelegen. Die Polizei räumte die Anlage nach drei Tagen.

"Was ich mache, ist kein Opfer, sondern eine Ehre", sagte Herrou vor Beginn des Prozesses. Bei einer Verurteilung drohen dem Landwirt, der in Südostfrankreich Oliven anbaut und Hühner züchtet, bis zu fünf Jahre Haft und 30.000 Euro Geldstrafe. Das Urteil soll bereits am 6. Januar fallen.

pab/sc (afp, ap)