Weihnachtsgottesdienste im Blick der Polizei | Deutschland | DW | 22.12.2017
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Sicherheit

Weihnachtsgottesdienste im Blick der Polizei

An Weihnachten gehen besonders viele Menschen in die Kirche. Die Polizei hat auf die Gottesdienste in Deutschlands Großstädten ein wachsames Auge. Zusätzlichen Schutz plant sie dieses Jahr vielerorts aber nicht.

Polizisten mit Maschinenpistolen und Taschenkontrollen an den Eingängen - so sah es im vergangenen Jahr vor dem Kölner Dom aus, als zu Weihnachten die Christmette gefeiert wurde. "Das haben wir noch nie gehabt. An das Bild muss man sich erst gewöhnen", sagte Dompropst Gerd Bachner damals. Nur ein paar Tage nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt galt im ganzen Land erhöhte Alarmbereitschaft. Die ungewohnten Sicherheitsvorkehrungen am bekanntesten Gotteshaus in Deutschland gehörten dazu. 

Köln Christmette im Dom (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Polizisten mit Maschinenpistolen standen Weihnachten 2016 vor dem Kölner Dom

Zwar ist in diesen Tagen von keiner konkreten Bedrohung die Rede. Die abstrakte Gefährdung schätzen die Sicherheitsbehörden aber konstant hoch ein. Deshalb haben sie im Blick, ob und wie man die bevorstehenden Weihnachtsgottesdienste schützt.

Keine Koffer im Kölner Dom

In Köln gehen die Verantwortlichen vor wie im vergangenen Jahr. "Wir stimmen uns wieder sehr eng mit der Polizei ab, die am Dom zusätzlich Präsenz zeigen wird", sagt Dom-Sprecher Markus Frädrich. Große Koffer, Reisetaschen und Wanderrucksäcke sind in der Kathedrale bereits seit März verboten. "Analog zu den Bestimmungen im Flugverkehr kann man Handgepäck mit in den Dom nehmen, muss sich aber jederzeit auf Taschenkontrollen einstellen", erklärt Frädrich.

Köln Christmette im Dom (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Taschenkontrollen kann es dieses Jahr am Kölner Dom wieder geben

Das Erzbistum Köln - mit rund zwei Millionen Katholiken die größte Diözese in Deutschland - versucht den Spagat. Die Gemeinden vor Ort täten alles, um für Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig betont eine Sprecherin: "Grundsätzlich ist es uns ein großes Anliegen, dass die Kirchen offengehalten werden, um den Menschen stets die Möglichkeit zu Rückzug, Ruhe und Gebet geben zu können." Soll heißen: Aus den Kirchen werden keine Festungen.

Unaufgeregt, aber wachsam - so gibt sich die Polizei in Berlin. Zwar plant sie in der Hauptstadt keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Doch sie beobachte die Lage genau und passe alle Schritte der Gefahrenlage an, heißt es. Seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz stehen Großveranstaltungen besonders im Fokus der Berliner Sicherheitsbehörden.

Münchner Polizei berät

Die Polizei in München meldet, Hinweise auf eine "konkrete lokale" Gefährdung gebe es zur Zeit nicht. Rund um religiöse Veranstaltungen entwickelten die Beamten zusammen mit den jeweils Verantwortlichen jedoch individuelle Sicherheitskonzepte. Die Polizei berate bereits im Vorfeld, so ein Sprecher. In der Regel sollen Besucher nicht ohne Anlass kontrolliert werden. Nur bei begründetem Verdacht auf eine Gefährdung würden Personen und Taschen kontrolliert.

Auch in Frankfurt am Main gibt es keinen zusätzlichen Schutz. Auf den Weihnachtsmärkten hat die Polizei allerdings ohnehin ein besonders wachsames Auge. Ähnliches gilt für Nürnberg mit dem berühmten Christkindlesmarkt. Auch in Hamburg und Dresden planen die Behörden keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

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