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Kultur

Weihnachten steht vor der Tür

Mitten im Sommer hat die Hochsaison fürs weihnachtliche Drumherum begonnen. Schon jetzt ist abzusehen, dass wir uns auch Weihnachten an diesen Mega-Sommer erinnern werden.

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Langer Vorlauf für Geschenke

In den Backöfen der Erzgebirgischen Backwaren GmbH in Annaberg-Buchholz duftet es nach Rosinenteig, Zitronat und Mandeln – die ersten Weihnachtsstollen sind bereits fertig. Bis Anfang September werden jeden Tag 1000 Stollen gebacken – ab September werden es 4000 sein. Insgesamt sollen bis Weihnachten rund 200.000 Stollen im In- und Ausland verkauft, verschickt und verschenkt werden. Auch die Pfefferküchler der Republik in Pulsnitz, Nürnberg und Aachen haben bereits Hochsaison.

Backrezepte in Erprobungsphase

Weihnachtliches und deftig Winterliches gebacken und gebrutzelt wird auch schon in den Testküchen der Koch- und Frauenzeitschriften. So haben die Redakteure vom "Journal für die Frau" in den heißen Tagen des diesjährigen Jahrhundersommers in gut geheizten Küchenstudios verbracht und Plätzchen fabriziert. Warm hat es auch Liane Kühn, die für das Blatt Strickpullis entwirft. Im Sommer verarbeitet sie Mohair und dicke Wolle. "Schrecklich" sei, dass bei der Hitze "die Fusseln überall kleben", aber man müsse eben "die Sonne im Rücken lassen", rät sie.

Hitzegeplagter Weihnachtsbaum

In den Wäldern umsorgen die Forstleute Tannen und Fichten, denen eine Karriere als Christbaum bevorsteht. Doch die Spätfolgen der Hitzewelle könnten sich noch lange bemerkbar machen. Wenn nicht bald ein Landregen einsetze, sei die Qualität der Christbäume gefährdet, sagt der Sprecher des Deutschen Waldbesitzerverbands, Hans Ludwig Körner. Insbesondere die ganz jungen, erst in diesem Jahr gepflanzten Bäumchen litten unter der Trockenheit.

Dies könne dazu führen, dass eine ganze Jahresernte ausfalle oder die Kosten für die Waldbauern stark ansteigen, wenn Setzlinge aus Baumschulen nachgekauft werden müssten. Nach Körners Angaben werden Weihnachtsbäume fünf bis zwölf Jahre nach der Pflanzung für den Verkauf geschlagen. Ob bereits in diesem Jahr die Preise steigen, sei noch nicht abschätzbar, aber "vielleicht sehen die Bäume nicht so schön aus", fürchtet Körner. Gleichzeitig verwies Körner auf den "hohen Importanteil" bei Christbäumen aus Skandinavien, wo die Hitze nicht ganz so gravierende Auswirkungen hatte wie in Mittel- und Westeuropa.

Glitzer und Glamour fürs Bäumchen

Die Produktion von Christbaumkugeln für Weihnachten 2003 läuft derzeit auf vollen Touren. "Ab Mai oder Juni werden bei uns die Schichten verdoppelt und sogar verdreifacht", sagt Karin Hengst, Betriebsleiterin der Rosenheimer Christbaumschmuck GmbH Krebs und Sohn. Fast rund um die Uhr werden pro Woche mehr als eine Million Kugeln hergestellt. In der Nebensaison von Mitte Dezember bis April liegt die Produktionszahl bei rund 200.000 Kugeln pro Woche, und die festen Mitarbeiter des Traditionsunternehmens "bummeln ihre Überstunden ab". Denn dafür ist in den kommenden Tagen und Monaten keine Zeit mehr. (arn)