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Weihnachten mal anders

Weihnachtsgeschenke, Weihnachtseinkauf, Weihnachtsdekoration, Weihnachtsmarkt und Weihnachtsgeld. Wir sollten unseren liebsten Feiertag, das Fest der Liebe, jedoch nicht zum Fest des Konsums werden lassen.

Weihnachten ist bei uns mittlerweile in erster Linie ein Familienfest, eine Tradition, die viele Kinder in Deutschland beim Großwerden begleitet. Zunächst bedeutet Weihnachten für ein Kind dann nur, dass Oma, Opa und andere Familienmitglieder kommen, alle gemeinsam essen und, dass es viele Geschenke gibt. An dieser Stelle flunkern die Eltern allerdings, denn sie erzählen den Kindern, dass das Christkind kommt und ungesehen die Geschenke für alle Kinder abgibt. Aber fangen wir mal langsam an, denn Weihnachten beginnt für uns alle nicht erst am 24. Dezember.

Es weihnachtet sehr

Schokoladennikoläuse

Die Kunden warten schon!

Wer im Oktober einen Supermarkt betritt, der merkt schnell, dass die Weihnachtszeit eingeläutet wird, dass es bereits weihnachtet, denn überall stehen schon Weihnachtsgebäck und – süßigkeiten bereit. Weihnachtsstollen, Lebkuchen, Dominosteine, Schokoweihnachtsmänner und Plätzchen tauchen plötzlich in den Regalen auf.

Die Medien erinnern einen zudem unsanft daran, dass man dieses Jahr früher beginnen wollte, seine Weihnachtsgeschenke zu besorgen, um nicht wieder in die alljährliche Weihnachtspanik zu verfallen. Im November folgt dann in den Städten die Weihnachtsdekoration und jedes Schaufenster signalisiert: Kauf Weihnachtsgeschenke!

Auf zum Weihnachtsmarkt!

Ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt Nürnberg

Eine Erinnerung vom Weihnachtsmarkt

Ende November gehen die Weihnachtsmärkte los und man fährt sogar bis ins weit entfernt gelegene Buxtehude, um sich einen schönen Weihnachtsmarkt anzusehen. Dort wird dann geschlemmt, was das Zeug hält, und man kauft Christbaumschmuck und anderen Kleinkram, den der Mensch eigentlich nicht braucht.

Ab dem ersten Dezember bekommen zumindest die Kinder einen Adventskalender, bei dem sie jeden Tag bis zum Heiligen Abend ein Türchen öffnen können, hinter dem sich entweder eine Süßigkeit oder ein kleines Geschenk versteckt. So soll den Kindern das Warten auf Weihnachten versüßt werden.

Wart ihr auch artig?

Zwei als Nikolaus und Knecht Ruprecht verkleidete Personen vor weihnachtlichem Hintergrund.

Wird die Rute aus dem Sack geholt?

Auf der 24-tägigen Zielgeraden gesellt sich am sechsten Dezember noch der Sankt Nikolaus dazu. Er kommt in Begleitung seines Gesellen Knecht Ruprecht und fragt die Kinder, ob sie das Jahr über brav waren. Nikolaus verkörpert den "Guten" der beiden und gibt den Kindern eine Kleinigkeit zur Belohnung.

Sind die Kinder nicht artig gewesen, werden sie von Knecht Ruprecht mit der Rute bestraft. Allerdings: Erklären sich Vater oder Onkel nicht bereit, sich als Nikolaus zu verkleiden, dann stellen die Kinder nur ihren Schuh oder Stiefel vor die Tür und finden am nächsten Morgen darin ihr Geschenk – egal ob sie brav oder böse waren.

Die Bescherung

Wenn endlich der 24. Dezember gekommen ist, gibt es bei den Kindern kein Halten mehr. Sehnsüchtig warten sie ab, dass es Abend wird und die Bescherung beginnt. Die Kinder werden dann anderweitig beschäftigt, damit das "Christkind" in Ruhe und ungesehen die Geschenke bringen kann. Natürlich sind es eigentlich Vater oder Mutter, die die großen Mengen an Geschenken unter dem Weihnachtsbaum drapieren.

Weihnachtszeit = Stress

Symbolbild: Ein Marienkäfer mit Geschenktüten

Lieferung frei Haus: der Beitrag zum "Anti-Stress-Fest"

In der deutschen Gesellschaft hat Weihnachten inzwischen nicht mehr den Stellenwert, den es früher hatte. Eigentlich ist es das "Fest der Liebe und des Friedens", aber das was manche daraus machen, entspricht eher dem "Fest des Stresses".

Die Wunschzettel werden immer länger, so dass alle Menschen in die vollen Städte rennen und von Geschäft zu Geschäft hetzen. Wer klug ist, bestellt das meiste übers Internet. Der Herr vom Paketdienst wird dann vermutlich ständig auf der Matte stehen, aber man spart sich das Warten in den langen Schlangen an den Kassen.

Weihnachtszeit = noch mehr Stress

BdT Haus mit Weihnachtsdeko

Geschafft: alles ist rechtzeitig angebracht!

Außerdem schmückt man sein Haus mit Lichterketten, dekoriert seine Wohnung mit Weihnachtsmännern, Engeln und ganz viel Glitter. Man kauft einen Weihnachtsbaum und behängt ihn mit Christbaumschmuck, Weihnachtskugeln und Lametta.

Wer auch noch die Ehre hat, kochen zu müssen, der kauft ein, um an den drei Feiertagen opulente Mahlzeiten für die Großfamilie zu kochen. Für viele arten die Vorbereitungen auf das "Fest der Liebe" aber nur noch in Stress aus, so dass vor allem die Mütter meist froh sind, wenn Weihnachten vorbei ist.

Glauben Sie noch an den Weihnachtsmann?

Fünf Kinderhände verbinden sich mit den Fingern zu einem Stern

Weihnachten: ein Fest der Nächstenliebe

Aber eigentlich ist es doch egal, ob es ein Geschenk weniger gibt, ob es Weihnachtsgans oder Schnittchen gibt, ob es weiße oder grüne Weihnachten werden, es geht doch um die Liebe. Wir alle sollten uns rückbesinnen auf die Bedeutung, die hinter Weihnachten steckt. Wer gläubig ist, verbindet damit die Geburt Jesus Christus, aber auch für alle Nichtgläubigen ist es doch ein Fest der Nächstenliebe – auch über die Landesgrenzen hinaus.

Wir sollten nicht bis Heiligabend warten, wenn der Bundespräsident uns in seiner traditionellen Weihnachtsansprache daran erinnert, dass Zusammengehörigkeit und gegenseitige Unterstützung wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft sind. Lassen wir den Stress an uns abprallen und kaufen lieber ein Geschenk weniger. Denn wie sagt Knecht Ruprecht in dem Gedicht von Theodor Storm: "Alt und Jung sollen nun von der Jagd des Lebens einmal ruh'n."

Frohe Weihnachten allerseits

Schieben wir die gute Tat nicht vor uns her und warten bis Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. In diesem Sinne: Frohe und besinnliche Weihnachten. Das nächste Weihnachten kommt bestimmt! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Fragen zum Text

Da haben wir die Bescherung bedeutet das gleiche wie ...

1. Da haben wir den Salat.

2. Da haben wir den Braten.

3. Da haben wir den Brei.

In Deutschland hält der Bundespräsident eine Fernsehansprache …

1. zu Weihnachten und Silvester.

2. nur zu Weihnachten.

3. nur zu Silvester.

Weihnachtsstollen …

1. sind weihnachtlich geschmückte Bergmannsgruben.

2. ist ein anderes Wort für Christstollen.

3. ist der Name einer Stadt in Ostdeutschland, in der Weihnachtsgebäck produziert wird.

Arbeitsauftrag

Kennen Sie eine Person oder einen gemeinnützigen Verein, für den Sie sich einsetzen würden? Überlegen Sie sich ein Projekt, das Sie gerne unterstützen würden. Beschreiben Sie es und begründen Sie, weshalb Ihre Wahl genau darauf fiel.

Autorin: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

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