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Alltagsdeutsch – Podcast

Weihnachten – ein Fest für Jugendliche?

Kerzenlicht, der Duft von Tannennadeln, Geschenke oder doch der Gang zur Kirche? Jugendliche haben unterschiedliche Meinungen zu Weihnachten. Doch in einem Punkt sind sich die meisten einig.

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Weihnachten – ein Fest für Jugendliche? – die Folge als MP3

Alle Jahre wieder steht es vor der Tür: das Weihnachtsfest. Es gehört in Deutschland zu den christlichen Festen, denen sich niemand entziehen kann, auch Menschen anderer Kulturen nicht. Kinder wachsen mit den Bräuchen rund ums Weihnachtsfest auf. Zuletzt befragten Wissenschaftler im Auftrag von Shell im Jahr 2000 Jugendliche gezielt nach der Bedeutung des Weihnachtsfestes. Damals sagten 84 Prozent der 5150 befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ihnen sei Weihnachten wichtig. Stimmt das immer noch? Und was macht für Jugendliche Weihnachten so besonders?

„Wenn ich Weihnachten höre, dann denke ich an die ganze Familie. Wir sind zusammen. / Frieden, Liebe, Besinnlichkeit. / Geschenke und Ferien. / An das Funkeln von meinen kleineren Geschwistern und Cousins, wenn die Geschenke auspacken. Ans Weihnachtsessen, wenn die Oma kocht. / Weihnachtsessen, weil man ist dann mit der Familie und das kommt nicht so immerhäufig vor.“

Diese Jugendlichen nennen einige Stichworte, die sie mit Weihnachten verbinden: die weihnachtliche, besinnliche Atmosphäre, Geschenke, Weihnachtsessen und das Zusammenkommen in der Familie. Unter „Besinnlichkeit“ versteht man eine Stimmung, in der Menschen Ruhe haben, nachzudenken, sich zu besinnen. Zu Weihnachten gehört auch, sich gegenseitig zu beschenken. Besonders bei kleinen Kindern glänzen, funkeln, die Augen, wenn sie beschenkt werden. Wird in der Alltagssprache von „funkelnden Augen“ gesprochen, ist das ein Ausdruck von Freude. Ein weiterer Punkt, der mit Weihnachten verbunden wird, ist, mit der gesamten Familie zu feiern. Denn das kommt – wie eine der Jugendlichen meint – nicht mehr so häufig vor, geschieht nicht mehr so oft. Die Medizinstudentin Sarah aus Bonn sieht das ähnlich:

„Das Schöne ist eigentlich, dass alle zusammen sind. Und dass man wieder Zeit füreinander hat, und dass man einfach mal so abgeschlossen vom ganzen Alltag Zeit miteinander verbringen kann. Meistens durch die Arbeit und durchs Studium und so weiter sieht man sich halt während des Tages nicht so oft. Und dann an Weihnachten ist es wirklich so, dass man einfach komplett alles andere ausblenden kann und einfach die Zeit zusammen verbringen kann.“

Weihnachten bedeutet für viele Familien, dass sie mehr Zeit füreinander haben. Viele Berufstätige nehmen sich die Weihnachtstage frei, die Kinder haben Schulferien, auch die Universitäten schließen in der Regel für zwei Wochen. An den beiden Weihnachtsfeiertagen, dem 25. und 26. Dezember, haben zudem die Geschäfte geschlossen. Man kann – wie es Sarah formuliert – abgeschlossen vom Alltag Zeit miteinander verbringen. Sie meint damit, dass man als Familie an Weihnachten ganz ungestört und losgelöst von täglichen Gewohnheiten und Abläufen sein kann. In dieser Zeit spielt das, was man sonst tut keine Rolle mehr. Man denkt überhaupt nicht mehr daran, blendet es völlig, komplett, aus. Der umgangssprachliche Begriff „ausblenden“ geht zurück auf Film, Fernsehen oder Rundfunk. Wenn dort Ton oder Bild weggenommen werden, werden sie ausgeblendet. Es gibt aber noch mehr Dinge, die Jugendliche mit Weihnachten verbinden:

„Dann kommt sozusagen das Christkind. / Geburt Christi und halt eben immer auch dieses Neue-Hoffnung-Schöpfen. / Schöne Zeit im Jahr – durch das Traditionelle auch, durch das Zusammensein. / Ich denk‘ an Plätzchen und an den Geruch von Tannennadeln, weil das immer verbindet. / Glühwein, heiße Maronen. / An Schokolade. / Kerzen und Licht. / An Schnee – auch wenn es keinen gibt. / An Weihnachten riecht es immer wie Weihnachten. Das ist so ein ganz eigener Geruch.“

Diese Jugendlichen verbinden mit Weihnachten vor allem die weihnachtliche Atmosphäre. Dazu gehören verschiedene Gerüche wie die von Weihnachtsplätzchen und von den Nadeln des Tannenbaums. Der Baum wird in der Wohnung in einen speziellen Ständer gestellt, und je frischer er ist, umso intensiver ist der Geruch der Nadeln. Glühwein und heiße Maronen gibt es in der Regel nur im Winter. Maronen sind essbare Kastanien. Diese kann man kochen, beliebt ist aber auch die geröstete Variante. Obwohl es in Deutschland inzwischen weitgehend in den Hintergrund gerückt ist, ist Weihnachten zuallererst eines der wichtigsten christlichen Feste: die Feier der Geburt von Jesus Christus. Besonders Kinder verwechseln hier sprachlich zwei Dinge miteinander: Jesus Christus als Baby und das Christkind, eine Engelsfigur, die Geschenke bringt. Einer der befragten Jugendlichen verbindet die Geburt Jesu Christi mit der Hoffnung auf etwas Neues. Dafür verwendet er eine eher in der gehobenen Sprache übliche Wendung: neue Hoffnung schöpfen. Den religiösen Aspekt des Weihnachtsfestes betont auch der 16-jährige Christoph:

„Mir gefällt an Weihnachten eigentlich ganz gut der Kirchgang. Meine Familie ist jetzt etwas religiöser geprägt, und von daher, ja, ist das eigentlich so für mich an Weihnachten das Hauptevent, der Kirchgang. Es ist dann schon ganz schön auch mit dem Krippenspiel dannmeistens in der Kirche. Die Geschenke gibt‘s danach, aber das ist ja nur nebensächlich. Ja, es ist einfach Weihnachten. Es ist wie so ‘ne zusätzliche Emotion, die man halt nicht beschreiben kann.“

Christoph findet es besonders schön, mit seiner Familie an Weihnachten in die Kirche zu gehen. Für ihn stellt dieser Kirchgang etwas Besonderes da. Er bezeichnet ihn sogar als Hauptevent, als ein besonders wichtiges Ereignis. Ihn freut beispielsweise das Krippenspiel. Dabei wird die biblische Geschichte der Geburt Jesu Christi – oft von Kindern – im Rahmen des Gottesdienstes aufgeführt. Christoph hat an Weihnachten ein bestimmtes Gefühl, eine Emotion, die er sonst nicht hat. Das, was er beim Kirchgang empfindet kommt noch dazu. Es ist zusätzlich. Geschenke zu bekommen, ist für ihn dagegen nicht so wichtig. Es istnebensächlich. Christoph erklärt seine Einstellung damit, dass seine Familie religiös geprägt ist, Religion spielt also in ihrem Leben eine wichtige, einflussreiche Rolle. Der Jugendliche stellt damit eine Ausnahme dar. Untersuchungen wie die Shell-Studie ergaben, dass Religion in Deutschland bei Jugendlichen einen geringeren Stellenwert hat als Politik und Kultur. Doch in einem Punkt sind sich die meisten einig: Weihnachten war und ist ein Familienfest – ob mit oder ohne Kirchgang.






Arbeitsauftrag
Sammelt in eurer Arbeitsgruppe Begriffe, die ihr mit „Weihnachten“ verbindet. Nehmt diese als Grundlage für eure eigene Weihnachtsgeschichte. Den Wortlaut der biblischen Weihnachtsgeschichte findet ihr hier: http://bit.ly/1wC1krs. Eine Anregung dazu, wie man seine eigene Weihnachtsgeschichte formulieren kann, gibt es unter folgendem Link: http://bit.ly/1FQ1YYI.

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