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Wissen & Umwelt

Weidenammer so gut wie ausgerottet

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es unzählige Weidenammern. Heute fast keine mehr. Vor allem, weil der Singvogel in China als Delikatesse gilt, sagen Forscher.

Die Weidenammer ist ein kleiner Vogel, etwa so klein wie ein Sperling. Und ein bisschen ähnlich sieht sie auch aus. Oben braun-grau gemustert, die Unterseite ist leuchtend gelb.

Die Weidenammer lebt im Norden - in Finnland, Nordrussland bis Sibirien, in Kasachstan, China, Japan. Dort brütet der Singvogel, dort verlebt er den Sommer. Am liebsten auf freien Flächen, in der Steppe, an Bächen. Im Winter zieht er weg, Richtung Süden. Vor allem nach Indien und Südchina.

Früher war die Weidenammer einer der häufigsten Singvögel. 1980 gab es Hunderte bis Millionen dieser kanariengelben Vögelchen, die in riesigen Schwärmen umherflogen. Doch seit anderthalb Jahren steht die Weidenammer auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Auf der ganzen Welt gibt es nur noch um die 100 Paare, die Weidenammer steht nach Einschätzung von Experten an der Schwelle der Ausrottung. Aus Russland ist sie völlig verschwunden. Forscher haben berechnet, dass der weltweite Bestand des kanariengelben Singvogels um 90 Prozent eingebrochen ist. Und das in kürzester Zeit, innerhalb weniger Jahre.

Die üblichen Verdächtigen - schwindender Lebensraum, Umweltverschmutzung, Klimawandel - reichen als Erklärung für diesen dramatischen Rückgang im Fall der Weidenammern nicht aus, sagen Experten.

Was also ist der Hauptgrund?

Wegen der illegalen Jagd auf die Vögel, vermuten Forscher aus Deutschland, Russland, Finnland und Japan. Eine Studie dazu haben sie im Fachmagazin "Conservation Biology" veröffentlicht. Weidenammern gelten als Delikatesse, vor allem in Süd-China, aber auch in Kambodscha oder Nepal, wo sie auf Märkten und in Restaurants gekocht, gebraten oder gegrillt als Sperlinge oder Reisvögel angeboten werden.

Das ist seit 1992 bekannt. In dieser Zeit wurden alleine tausende Weidenammern für das jährliche Food-Festival in Sanshui-City, in Südchina, gefangen. 1997 wurde es verboten, doch der Schwarzmarkt boomt. So beschlagnahmte die chinesische Polizei bei einer Razzia 2011 im Südosten Chinas über 20.000 Weidenammern.