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Politik

Weichenstellung für den Weltklimagipfel

Fünf Wochen vor dem Weltklimagipfel sollen bei einem letzten UN-Vorbereitungstreffen in Barcelona die Weichen für das Treffen in Kopenhagen gestellt werden. Derzeit sind die Verhandlungen festgefahren.

Logo Barcelona Klimakonferenz (DW-Grafik)

Logo der Klimakonferenz in Barcelona 2009

Bei dem auf fünf Tage angesetzten Treffen in Spanien soll noch einmal an den Arbeitsentwürfen für ein neues Klimaabkommen im Dezember gefeilt werden. Allerdings überwog vor den Beratungen in Barcelona die Skepsis, ob es auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen gelingen wird, alle 192 Mitgliedstaaten auf gemeinsame Ziele im Kampf gegen die globale Erwärmung zu verpflichten.

So gibt es nach zwei Jahren Verhandlungen und zahlreichen Vorauskonferenzen weiter tiefe Meinungsunterschiede, insbesondere zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern. Eigentlich war es das erklärte Ziel der Vereinten Nationen, in der dänischen Hauptstadt eine Nachfolge-Vereinbarung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz zu beschließen. Von den 180 Seiten des jetzt in Barcelona diskutierten Rohentwurfs entfallen allein 30 auf die Frage, wie der Klimaschutz in Entwicklungsländern finanziert werden soll. In dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll haben sich lediglich 37 Länder verpflichtet, ihre Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen um durchschnittlich fünf Prozent unter die im Jahr 1990 erreichten Werte zu senken.

Die Prognosen sind düster

Yvo de Boer, Chef des UN-Klimsekretariats (Bild: dpa)

Ist skeptisch: Der niederländische UN-Klimasekretär Yvo de Boer

Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, kündigte bereits im Vorfeld der Konferenz in Barcelona an, dass kaum mehr damit zu rechnen sei, in Kopenhagen ein rechtsverbindliches Abkommen abzuschließen. Bestenfalls könne es eine "politische Vereinbarung" der Staats- und Regierungschefs geben, die den Rahmen abstecke. Details müssten dann im Laufe des kommenden Jahres ausgehandelt werden. Wichtige Punkte, die bis Ende dieses Jahres geregelt werden müssten, seien vor allem die Festlegung auf Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen für Industrieländer und "Maßnahmen", die für Entwicklungs- und Schwellenländer gelten sollen. Zudem sei es wichtig, die finanziellen Mittel im Kampf gegen den Klimawandel abzustecken und die Unterstützung für arme Länder festzulegen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet nicht mit einem Vertragsabschluss in Kopenhagen. Beim EU-Gipfel am vergangenen Freitag in Brüssel betonte sie, wichtig sei aber die Einigung auf eine Rahmenvereinbarung, die dann zur Grundlage eines Vertrags werden könnte. Die Bekämpfung des Klimawandels sei eine der unaufschiebbaren Aufgaben weltweit. "Deshalb ist es notwendig, dass wir die verbleibenden Wochen bis Kopenhagen nutzen, um hier gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern eine erfolgreiche Konferenz in Kopenhagen vorzubereiten. "Deutschland und die Europäische Union wollten auf "ambitionierte" und "zukunftsweisende" Beschlüsse dringen, ergänzte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Der Gastgeber des bevorstehenden UN-Klimagipfels, Dänemarks Regierungschef Lars Loekke Rasmussen, dämpfte ebenfalls die Hoffnung auf den Abschluss eines rechtlich bindenden Abkommens, in dem das Ziel festgeschrieben wird, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius festzuschreiben.

Generalsekretär mahnt Einigung an

Auto mit Abgasfahne (Bild:ap)

Verpestet die Umwelt: Alte Abgasschleuder

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte nochmals an die internationale Gemeinschaft. "Wir müssen unser Möglichstes tun, um uns auf ein wirksames und bindendes Abkommen gegen die Erderwärmung zu verständigen", sagte Ban in einem Interview mit der griechischen Zeitung "Kathimerini" vom Sonntag. Sollte dies, "aus welchen Gründen auch immer", nicht möglich sein, müsse zumindest eine politische Einigung erzielt werden, die neue Verhandlungen für die Zeit nach dem Gipfel in Kopenhagen abstecke. Die Messlatte müsse jedoch sehr hoch gelegt werden, forderte der UN-Generalsekretär.

Autorin: Ulrike Quast (dpa, ap, epd)
Redaktion: Christian Walz

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