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Moselfränkisch

‘Wei de Schness gewöös as’

Moselfränkisch – das ist der Exot unter den deutschen Dialekten. Die Sprache an der Mosel klingt bunt, wild und ganz anders. Für viele Touristen ist das ein Problem, besonders wenn sie Wein bestellen wollen.

Das Moselfränkische verläuft von Luxemburg und Lothringen im Westen und Süden an der Mosel entlang, deckt dabei Teile des Hunsrücks und den größten Teil der Eifel ab, überquert den Mittelrhein und stößt im Osten durch den Westerwald bis ins Siegerland vor. Auch das Saarland spricht zum Teil Moselfränkisch.

Burg Eltz

Gemeinsam verschieden
Doch nur die wenigsten Menschen, die zwischen Koblenz und Luxemburg leben, sagen, dass sie Moselfränkisch sprechen. In Trier nennen sie es Trierer Platt, in der Eifel Eifler Platt und in Luxemburg Letzebürgsch. Moselfränkisch ist der Oberbegriff, der diese verschiedenen Ausprägungen des Dialekts zusammenfasst.

Innerhalb der einzelnen Sprachgruppen gibt es noch große Unterschiede, häufig sprechen die Menschen selbst zweier benachbarter Dörfer unterschiedliche Varianten des Dialekts. Und so kommt es, dass zum Beispiel die Bewohner von Oberaich Mähl zu Mehl sagen, und die Bewohner von Unteraich, gleich nebenan sagen Mell.

Ein paar Übereinstimmungen gibt es aber entlang der Mosel: Überall heißt ich auf Moselfränkisch aisch. Guude Morjen, Guuden Dach, Guuden Owen – so begrüßen sich die Menschen egal on sie in Koblenz und in Luxemburg wohnen.

Menschen in einem Paddelboot auf der Mosel

Romanische Einflüsse
Ursprünglich sprachen die Menschen am Ufer der Mosel übrigens Latein. Die römische Provinz Belgica I zwischen Mosel und Saar war ein romanischer Sprachraum, der von keltischen Stämmen bevölkert wurde. Nach dem Zerfall des römischen Reichs tauchten die germanischsprachigen Franken auf der Bildfläche auf. Sie übernahmen die linksrheinischen Gebiete und große Teil Galliens.

Trotz der germanischen Spracheinflüsse entwickelte sich das Moselromanische parallel zum Altfranzösischen und es hielten sich an der Mosel einige romanisch-lateinische Sprachinseln noch bis ins 11. Jahrhundert. Bis heute gibt es im Moselfränkischen zahlreiche romanische Lehnwörter.

"Halbe" Lautverschiebung
Sprachwissenschaftlich betrachtet gehört der moselfränkische Dialekt zu den mitteldeutschen Mundarten. Die zweite Lautverschiebung wurde hier nur teilweise durchgeführt. Kennzeichnend für das Moselfränkische ist, dass an- und inlautendes p nicht zu pf verschoben wurde. So sagen die Moselfranken Punt für Pfund und Apel statt Apfel.

Eine Winzerin in ihrem Weinberg an der Mosel

Auch das auslautende t ist erhalten geblieben, wie etwa im Wort dat, auf Hochdeutsch das. Auslautendes p hingegen wurde im Moselfränkischen wie in den oberdeutschen Dialekten zu f verschoben. So heißt es zwischen Mosel und Saar Dorf oder Derf und nicht Dorp wie in den niederdeutschen Dialekten.

Die Mosel in Rumänien
Doch auch weit weg von den kleinen Städtchen an der Mosel, lebt der Dialekt noch. Denn die Siebenbürger Sachsen sprechen einen Dialekt, der dem Moselfränkischen sehr ähnlich ist. Eine Art internationale Enklave also.

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