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Politik

Weißes Haus fast sprachlos: "Wow!"

Wohlwollend und kritisch, auf jeden Fall aber überrascht hat die Welt zur Kenntnis genommen, dass der Friedensnobelpreis 2009 an den US-Präsidenten Barack Obama geht.

Weißes Haus in Washington (Foto: AP)

Im Weißen Haus fehlen die Worte ...

Staunen und Sprachlosigkeit in Washington über die Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama: Nach zwei Stunden reagierte Regierungssprecher Robert Gibbs mit einem einzigen Wort: "Wow!"

Wangari Maathai (Foto: GMF)

Wangari Maathai

Die kenianische Friedensnobelpreisträgerin und Umweltschützerin Wangari Maathai begrüßte die Vergabe des Friedensnobelpreis an den US-Präsidenten: "Obama ist eine Inspiration", sagte sie im kenianischen Fernsehen.

Positiv reagierte auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees in Oslo reflektiere die von Obama geweckte "Hoffnung auf eine atomwaffenfreie Welt", erklärte eine Sprecherin des Kommissionspräsidenten in Brüssel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Barack Obama zum Friedensnobelpreis gratuliert. "Es ist ihm in kurzer Zeit gelungen, weltweit einen neuen Ton zu setzen und Gesprächsbereitschaft zu schaffen", sagte Merkel am Freitag in Leipzig und sprach von einer "großartigen Auszeichnung". Obamas Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt sei ein Ziel, an dessen Umsetzung in den kommenden Jahren alle mitarbeiten müssten, sagte die Kanzlerin. Die Ehrung sei ein "Ansporn für den Präsidenten und für uns alle", sagte Merkel.

FDP-Chef Guido Westerwelle sprach in Berlin von einer "Rückenstärkung für eine Politik, die auf Kooperation statt Konfrontation und auf Abrüstung statt Aufrüstung setzt".

Die Grünen werten die Vergabe des Friedensnobelpreises an Barack Obama als Aufforderung zu forcierter Abrüstung und zwischenstaatlicher Zusammenarbeit. "Der Preis ist auch ein Signal des Aufbruchs", betonten die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin in Berlin.

Der Bonner Friedensforscher Andreas Heinemann-Grüder dagegen hält die Verleihung des Nobelpreises an US-Präsident Barack Obama für verfrüht. "Es überrascht mich einigermaßen, und zwar weil es Vorab-Lorbeeren sind."

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela sprach von einem "Hoffnungszeichen". Über seine Stiftung ließ der einstige Anti-Apartheid-Kämpfer erklären: "Wir hoffen, dass dieser Preis sein (Obamas) Engagement stärken wird, als Staatschef der mächtigsten Nation der Erde weiter den Frieden und die Bekämpfung der Armut zu propagieren."

Mohamed El Baradei (Foto: AP)

Mohamed El Baradei

Begeistert reagierte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed el Baradei: "Mir fällt niemand ein, der diese Ehre mehr verdient hätte", zitierte die IAEA El Baradei in Wien.

Die Palästinenserführung reagierte zurückhaltend: "Ich hoffe, dass der Preis ein zusätzlicher Ansporn für Präsident Obama ist, noch härter für einen Frieden in unserer Region zu arbeiten", sagte der Sprecher der Palästinensischen Autonomiebehörde Ghassan Chatib in Ramallah.

Das Nobel-Komitee hat nach den Worten des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai die "richtige" Wahl getroffen. Die fundamentalistischen Taliban hingegen kritisierten die Wahl als "ungerecht".

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama als "spannende und nach vorne gerichtete Entscheidung" gelobt.

Auch der scheidende Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, sprach von einer positiven Entscheidung: Es sei berechtigt, jemanden auszuzeichnen, weil er eine neue Weichenstellung in der internationalen und in der amerikanischen Politik versuche.

In der weltweiten Internetgemeinde stieß die Entscheidung aus Oslo auf gemischte Reaktionen. Während viele Twitter-Nutzer "Congrats" - Glückwünsche - abgaben, fand manch einer, Obama habe die Auszeichnung noch nicht verdient: "sorry, dieser friedensnobelpreis verkommt zur verdienstmedallie der möchtegernweltveränderer..."

Autor: Wim Abbink
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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