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Sport

Weiße Zähne fürs Siegerfoto

Während der Olympischen Spiele müssen die deutschen Sportler nicht auf professionelle medizinische Hilfe verzichten. Auch nicht, wenn schnell die Zähne fürs Siegerfoto aufgehellt werden sollen.

Bahnsprinterinnen Vogel und Welte beißen auf ihre Goldmedaillen. Foto: Reuters

Bahnsprinterinnen Vogel und Welte

Wer Leistungssport treibt, ist auf professionelle sportmedizinische Hilfe angewiesen. Damit die deutschen Athleten in London darauf nicht verzichten müssen, sind 23 Ärzte sowie 35 Physiotherapeuten und Sportpsychologen mitgereist, die den Olympiastartern rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Die Athleten müssen dafür auch nicht weit fahren – die Hauptpraxis ist im olympischen Dorf. Auch im Deutschen Haus, der zentralen Anlaufstelle in London für deutsche Athleten sowie Sponsoren, Politiker und Medien, sind medizinische Fachleute für alle Sportler und Gäste da.

Mit Kompressionsstrümpfen zu olympischen Medaillen

Simone Gebler von der Orthopädie-Technik-Firma Bauernfeind. Foto: Olivia Fritz

Simone Gebler

Neben einer Apotheke gibt es auch eine orthopädietechnische Servicestation. Einlagen für Sportschuhe, Bandagen oder Orthesen zur Stabilisierung von Gliedmaßen, Gelenken und Rücken gehören zum Angebot – und auch medizinische Kompressionsstrümpfe. Diese seien für die Regeneration wichtig, erklärt Simone Gebler von der Firma Bauerfeind. "Sie werden auf der Reise verwendet, wenn man lange Flüge hat oder lange im Bus sitzt, aber auch während des Trainings und Wettkampfes. Es gibt sogar einige Athleten, die in den nächsten Tagen damit an den Start gehen." Vor allem bei Ausdauersportarten und in der Leichtathletik zählen die Athleten auf die Strümpfe. Diese haben übrigens nichts mit Omas Stützstrümpfen gemein. Sie sind in bunten Farben erhältlich und kaum von normalen blickdichten Strümpfen zu unterscheiden.

So manch ein Spitzensportler und Medaillengewinner war schon da und hat sich Vorräte besorgt, verrät Gebler. "Da schauen die Fechter vorbei, die Leichtathleten und die Radfahrer. Da wird mal eine Medaille mitgebracht und sich bedankt. Und da wird geflachst und hier oben im dritten Stock des Deutschen Hauses die Ruhe vor der Presse genutzt."

Bei den Orthopäden ist erstmals auch der ehemalige deutsche Skispringer Jörg Ritzerfeld dabei. Auf der anderen Seite zu stehen sei sehr interessant, aber auch viel anstrengender als der Sportleralltag, sagt Ritzerfeld. Er sei von frühmorgens bis spätabends unterwegs: "Ich habe vor zwei Jahren meine Karriere beendet und im Zuge meines Studiums ein Praktikum im Sportmarketing gemacht und da Bauerfeind ein olympischer Ausrüster ist, kam ich jetzt zu olympischen Ehren."

Zahnarzt Siegmund im Deutschen Haus in London. Foto: Olivia Fritz

Zahnschmerzen, sonstige Wünsche? Zahnarzt Mathias Siegmund hilft im Deutschen Haus

Deutscher Qualitätsstandard für das deutsche Team

Einen Raum weiter geht es zur Zahnarztpraxis. Kaum zu glauben – aber hier herrscht reger Betrieb, berichtet Zahnarzt Mathias Siegmund. "Glücklicherweise waren es nur kleinere Sachen. Zum Beispiel sind Zahnkanten abgebrochen oder eine Füllung ist herausgefallen." Man wolle den deutschen Athleten deutschen Qualitätsstandard und Beratung auf Deutsch anbieten. "Es ist ja so, dass wie auch im normalen Leben Zahnprobleme auftreten können – auch während der Olympischen Spiele. Bei den Athleten wie bei den Gästen. Wir stehen zur Verfügung, um diese Probleme zu beheben."

Doch nicht nur für unangenehme Wurzelfüllungen stehen die Zahnärzte zur Verfügung – viele Athleten kommen, um ihr Lachen aufzupolieren. In den Zeiten, in denen die Praxis nicht geöffnet ist, arbeitet Zahnarzt Siegmund im kosmetischen Bereich: "Wir bieten vorrangig den Athleten, aber auch ihren Angehörigen und anderen an, die Zähne aufhellen zu lassen. Dort ist auch reger Andrang – Bleaching während Olympia."

Das kann man dann während der Siegerehrung bewundern. Und wie das so ist beim Zahnarzt – frech ist noch keiner der Olympiateilnehmer geworden. "Ich bin überrascht. Der Umgang ist sehr unkompliziert, sehr locker", sagt Siegmund. "Ich hätte mir ein bisschen mehr vorgestellt, dass sie Starallüren haben, aber das ist wirklich nicht der Fall. Es ist eine sehr gute Stimmung." Für das stahlende Lachen ist also bestens gesorgt.