1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Weißbier für Salt Lake

Eine Siegesfeier ohne Weißbierdusche - unvorstellbar. 30.000 bayerische Flaschen fliegen nach Salt Lake City, damit sich der Gold-Regen im "Deutschen Haus" und im "Kufenstüberl" auch mit flüssigem Gold begießen lässt.

default

Gold im Glas

"Warum nur eines kaufen? Nimm ein paar Flaschen für die Ehefrauen mit nach Hause!" Zum Jahreswechsel warb eine lokale Brauerei aus Salt Lake City recht zweifelhaft für einen Sechserpack Gerstensaft. Und landetet damit bei weitem keinen Volltreffer im Mormonenstaat, zumal der Alkoholkonsum rund um Salt Lake City ohnehin verpönt ist. Dennoch muss das deutsche Olympiateam nicht verzichten: aus München kommt Weißbier direkt zu den Athleten ins "Deutsche Haus" und ins "Kufenstüberl".

Der lange Weg nach Utah

Die Spaten-Franziskaner-Bräu unterstützt schon seit 1984 die deutschen Olympiamannschaften. Und auch im US-Bundesstaat Utah werden die bayerischen Brauer mit 30.000 Flaschen tatkräftig die - hoffentlich - zahlreichen Goldmedaillenfeiern unterstützen. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Geschäftsführer Dr. Edgar Wangen findet vor allem die US-Bierrichtlinien problematisch. Zum einen gelte für fast jeden der 51. Bundesstaaten eine eigene Regelung, zudem habe speziell Utah Einfuhrgesetze, die den Import nicht nur umständlich, sondern vor allem teuer gestalten.

Einfuhr trotz Biersteuer?

Jedes nach Utah eingeführte Gebinde kostet einen Dollar Biersteuer, dazu kommt der nicht unbeträchtliche US-Zoll. Zwar waren die Münchner Brauer ähnlich restriktive Regelungen schon von den Winterspielen in Lillehammer und Nagano gewohnt. Doch standen sie wieder einmal vor einer neuen Herausforderung.

Am Ende half ein simpler "Kniff" und im wortwörtlichen Sinne geschickte Diplomatie weiter. Dank hervorragender Beziehungen zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und der Deutschen Botschaft erhielten die "Deutschen Häuser" und das "Kufenstüberl" einen "diplomatischen Status": Es gelten keine US-Bierrichtlinien, die Beschränkung des Bierverkaufs auf lizenzierte Geschäfte fällt weg, fast schon paradiesische Bedingungen also für die deutschen Sportler - da fehlen eigentlich nur noch die Goldmedaillen.