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Asien

Wegen Homosexualität vor Gericht

Der malayische Oppositionsführer Anwar Ibrahim steht zum zweiten Mal wegen homosexueller Kontakte vor Gericht. Homosexualität ist in dem mehrheitlich muslimischen Land illegal, Anwar drohen deshalb 20 Jahre Gefängnis.

(Foto: AP)

Anwar Ibrahim gibt sich siegessicher vor Journalisten. Er sieht eine politische Verschwörung hinter der Anklage.

Anwar wird beschuldigt einen früheren Mitarbeiter sexuell belästigt zu haben.

Er selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück und zweifelt die Unabhängigkeit der malaysischen Justiz an: "Der Prozess ist ein Komplott, um die politischen Erfolge der Opposition zu stoppen".

Vorwand um Oppositionschef auszuschalten?

In die Verschwörung sieht er vor allem seinen schärfsten Rivalen verwickelt: Malaysias jetzigen Premier Najib Razak. Anwars Anwälte durften die angeblich belastenden Unterlagen der Anklage nicht einsehen.

Menschenrechtsorganisationen haben den Prozess scharf kritisiert. Sie warfen der Regierung vor, das Justizwesen zu manipulieren, um einen Regierungsgegner auszuschalten.

(Foto: AP)

Der malayische Premierminister Najib Razak (links) und seiner Frau Rosmah Mansor, mit ausgekratzten Augen. Der Premier wolle mit unfairen Methoden einen politischen Gegner aus dem Weg räumen - so der Vorwurf der Anwar-Anhänger, die vor dem Gerichtsgebäude in Kuala Lumpur demonstrieren.

Der Politiker war im Jahr 2000 schon einmal wegen Homosexualität verurteilt worden und hatte deshalb fünf Jahre im Gefängnis gesessen. Das Urteil wurde aber später aufgehoben.

Großer Medienrummel

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt DNA-Beweise angekündigt. Am Körper des Klägers seien Spermaspuren von Anwar nachgewiesen worden. Diese Befunde seien nicht eindeutig, behauptet jedoch die Verteidigung.

Der Prozess sorgt in Malaysia für großes Aufsehen, dutzende Oppositionsanhänger und Medienvertreter verfolgen das Verfahren. Die Verhandlungen finden allerdings seit Donnerstag (4.2.) hinter verschlossenen Türen statt - die Details der sexuellen Treffen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, so ein Sprecher Anwars. (mk/AP/rtr/dpa/AFP)