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Welt

Wege aus der Krise: Meinungen unserer Hörer und User

Realwirtschaft, Besinnung auf Altbewährtes, neue Formen des Kapitalismus und weniger Privilegien - für unsere Hörer und User sind dies Wege aus der Krise.

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"Zwangsehe von Kapitalismus und Kommunismus"

Wir meinen, die Welt braucht eine Zwangsehe zwischen Kapitalismus und Kommunismus mit einem Fundament der Menschlichkeit, eine nachhaltige Umweltpolitik und eine umwelt-freundliche Weltwirtschaft. Vor- und Nachteile von beiden sind bekannt, also müssen die klugen Köpfe die Zwangsehe erfolgreich führen können, wenn nur der Wille dazu besteht. Wir persönlich sind Rentner, also hat die Krise nicht allzu viel Einfluss auf unser Leben. Ein Leben, das schon vor der Krise sehr einfach war - ungefähr so wie bei unseren Eltern, nur zeitgemäßer. Wir haben schon mehrmals gedacht, dass es ein Leben wie heutzutage - mit so einem Luxus für nur einige Stunden Arbeit am Tag - nicht lange geben kann. (Jose Verstraeten, Marke, Belgien)

"Befürworter der neoliberalen Wirtschaft gescheitert"

Die Krise macht deutlich, wie sehr die so genannten Befürworter der neoliberalen Wirtschaft gescheitert sind. Erst jetzt spricht man wieder von der Realwirtschaft. Die virtuellen Treiber, der internationale Kapitalmarkt, die Hedgefonds, Zertifikatsaufleger und sonstigen "Heuschrecken" und die Wirtschaftspolitik von George Walker Bush, sind die Hauptverantwortlichen dieser Krise. Von den sogenannten Volksaktien, wie Telekom, Post und Postbank, habe ich mich längst getrennt, wenn auch mit Verlusten. Nun gilt es, die traditionelle Geldanlage zu pflegen. (Bernd Kursawe, Berlin, Deutschland)

"Der Krise ihren Lauf lassen"

Der Staat kann zwar sozialen Zwecken dienen, indem er bereits erwirtschaftete Ressourcen umverteilt, aber im kapitalistischen System ist er nicht in der Lage, Entscheidungen über Angebot und Nachfrage oder Gewinn und Verlust zu treffen. Diese Funktion übernimmt der Markt. Daher empfehle ich, der jetzigen Krise ihren Lauf zu lassen, während der Staat eine untergeordnete Rolle spielt. (Peter Bach, Los Angeles, USA)

"Regional engagieren und regionale Netzwerke pflegen"

In meinen Augen ist es zu einfach, nur auf die Banken und Amerikaner zu schimpfen. Jeder Bürger, der auf der suche nach hohen Tagesgeldguthabenzinsen von regionalgebundenen Volksbanken zu privaten Großbanken wechselte, trägt zumindest indirekt eine Mitschuld an der Krise, da er Geld mit Geld verdienen wollte. Die aktuelle Krise zeigt sehr schön, dass Geld nur stabil ist, wenn man dafür einen Gegenwert erhält, sei es ein Haarschnitt beim Frisör, ein Brötchen beim Bäcker oder die Krankenpflege der bettlägerigen Großmutter. Zudem sieht man, daß es sich rächt, wenn man über seine Verhältnisse nur auf Pump lebt, egal ob Staat oder Privathaushalt. Wenn die Bank Ihnen 100 EUR leiht, dann haben Sie nicht 100 EUR mehr - Nein, im Gegenteil: Ihnen fehlen zukünftig 110 EUR. Dieses Denken scheint in Amerika nicht zu existieren, aber das Umsichgreifen von Konsumentenkrediten und Elektromarkt-Ratenzahlungen (oder gar Zahlungspausen) macht auch in Deutschland nachdenklich.

Daraus sollten wir lernen:
- mehr einheimische Produkte/Erzeugnisse zu kaufen,
- Erzeugnisse von Firmen zu kaufen, die noch nicht in der Hand von Finanzinvestoren sind,
- uns regional zu engagieren und regionale Netzwerke zu pflegen,
- Banken zu unterstützen, die sich der Region verpflichtet haben. Denn langfristig sind lächerliche Guthabenszinsen dann einfach doch besser als drohender Gesamtkapitalverlust durch massive Geldentwertung aufgrund krankhafter Renditejagden. (M. Weis, Deutschland)

" Privilegien sollten abgebaut werden"

Natürlich weiß ich keinen richtigen Ausweg aus der Krise. Aber: Wir dürfen unsere Solidarität nicht gefährden. Deshalb ist es wichtig, dass wir keinen geschlossenen Gruppen den Austritt aus der Solidarität - und damit aus der Gesamtverantwortung - gestatten. Ich denke hier z.B. an Beamte, Manager, Eisenbahner, Ärzte usw. Die Privilegien - die sich aufgrund des Organisationsgrades dieser Gruppen ergeben - sollten abgebaut werden. (Ulrich Vosshal, Deutschland)

"Die Luft aus dem Ballon lassen"

Die erste Krise kommt, wenn man in Rente geht. Dann muss man schon einmal die Luft aus dem Ballon lassen. Mein Lebensziel war, bis zur Rente eine bezahlte Wohnung zu haben und die Ausbildung des Kindes ohne Bafög finanziert zu haben. Beides ist gelungen. Der Preis: Vor vielen Jahren, 1974,haben meine Frau und ich das Rauchen eingestellt. Seitdem haben wir täglich sechs D-Mark, später erhöht auf zwölf D-Mark, in eine Sparbüchse, im wahrsten Sinne des Wortes, hineingetan und über fünfzehn Jahre keinen Urlaub gemacht. Nur drei Wochen im Sommer und Weihnachten zur Schwiegermutter nach Dänemark.
Beim Eintritt in die Rente wurde der Mercedes in einen Polo umgewandelt, der jetzt - Abwrackprämie hin oder her - zehn Jahre alt ist, und noch locker zehn Jahre weiterfährt. Von dem gesparten Zigarettengeld konnten meine Frau, meine Tochter und ich eine Weltreise machen und ich kaufte mir hier in Rumänien, weil es mir Spaß macht, ein hundert Jahre altes, deutsches Bauernhaus im Banat. Dazu gehört natürlich auch eine gehörige Portion Glück, weil niemand von uns krank geworden ist. Deswegen erlebt unsere Familie diese Krise ganz gelassen. Und ich habe hier sechs Hühner. (Emil Alfter, Rumänien)

"Immer vorwärts mit viel Glück"

Die Krise kann nur durch Vertrauen und Kooperation aller Menschen auf der ganzen Welt überwunden werden. Ich hoffe, unsere Regierungen finden die besten Lösungen. Ohne Hoffnung können wir nicht weiterleben. Ich kann nur sagen: "Immer vorwärts mit viel Glück" (Dumitru Florea, Albuquerque, USA)


Redaktion: Hannah Reuter