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Weg frei für Lufthansa in Österreich

Die Europäische Kommission hat der Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft AUA durch die Lufthansa zugestimmt. Die EU-Wettbewerbshüter billigten das Geschäft allerdings nur unter Auflagen.

Das Lufthansa-Logo und eine startende Maschine (Foto: AP)

Die Lufthansa darf eine bedeutende österreichische Fluglinie übernehmen

Die Lufthansa darf weiter wachsen: Die deutsche Fluglinie kann die angeschlagene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) übernehmen. Die EU-Kommission billigte das Vorhaben am Freitag (28.08.2009) endgültig. Damit der neue Verbund nicht zu mächtig wird, muss er laut der Europäischen Kommission für mehrere Routen Start- und Landerechte abgeben. Die Brüsseler EU-Behörde hatte bereits Ende Juli vorläufig grünes Licht signalisiert. Sie billigte nun auch ein Hilfspaket der österreichischen Regierung von 500 Millionen Euro für die AUA.

Die Zusagen der Lufthansa betreffen die Strecken zwischen Wien und Frankfurt/Main, München, Stuttgart, Köln sowie Brüssel. Die Abgabe von "Slots" soll es Konkurrenten erlauben, auf diesen Routen zu fliegen und damit für Konkurrenz sorgen, teilte die Kommission nach einer zweimonatigen Untersuchung mit.

Expansionskurs wird fortgesetzt

Mayrhuber im Portrait (Foto: dpa)

Der Österreicher Wolfgang Mayrhuber steht an der Spitze des deutschen Lufthansa-Konzerns

Mit der AUA-Übernahme kann der Konzern seinen Expansionskurs fortsetzen. Nach dem ursprünglichen Übernahmeangebot hatte sich Brüssel besorgt über den Wettbewerb und drohende Preiserhöhungen auf einigen Strecken geäußert. Der Preis für die Komplettübernahme der AUA von bis zu 382 Millionen Euro ist nach früheren Angaben zu einem großen Teil nur dann fällig, wenn sich die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge einstellen. Für die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes ist klar: "Dieser Fall macht deutlich, dass der Konsolidierung im Luftfahrtsektor nichts im Wege steht, wenn sie mit angemessenen Vorkehrungen zum Schutz der Verbraucherinteressen einhergeht." Die Kommission entscheidet über Zusammenschlüsse, falls bestimmte Umsatzschwellen überschritten werden.

Bald vier Lufthansa-Drehkreuze

Swiss und Lufthansa-Flugzeuge (Foto: AP)

bei der Swiss ist die Lufthansa bereits eingestiegen

Für die Lufthansa hat die Übernahme viele Vorteile: So hat sie künftig mit Frankfurt, München, Zürich und Wien gleich vier Drehkreuze im deutschsprachigen Raum. Die AUA ergänzt das Streckennetz der Lufthansa vor allem nach Südosteuropa. Ähnlich wie die ebenfalls übernommene schweizerische Fluglinie Swiss soll aber auch die AUA eine eigene Marke bleiben. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, selbst ein gebürtiger Österreicher, will nach eigener Aussage den inzwischen global aufgestellten Luftfahrtkonzern noch mit weiteren Marken erweitern.

Der Expansionskurs der Lufthansa birgt für das Unternehmen jedoch auch Gefahren. Zwar ist der Preis für die Komplettübernahme der AUA von bis zu 382 Millionen Euro zu einem großen Teil nur dann zu zahlen, wenn die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge sich auch wirklich einstellen. Doch trotz einer Stütze von 500 Millionen Euro durch den österreichischen Staat kann der Schuldenberg der AUA von fast zwei Milliarden Euro eine schwere Last für die Lufthansa werden.

Auch die Swiss gehört der Lufthansa

Das Riesenrad im Prater (Foto: dpa)

Wien ist bald eines der internationalen Drehkreuze der Lufthansa

Für die österreichische AUA dürfte die Übernahme nur Vorteile bringen - denn Experten hatten ihr schon lange prophezeit, dass sie als kleines, selbstständiges Unternehmen keine Überlebenschance hätte. "Auch ein Markt der Größe Österreichs behält damit seine internationale Anbindung", betonte Mayrhuber. Allerdings gibt es bei der AUA-Übernahme einen großen Unterschied zur erfolgreichen Integration der Swiss in die Lufthansa: Die frühere Schweizer Staatslinie Swissair war in die Insolvenz gegangen, erst die daraufhin neu geformte Swiss wurde ohne große Altlasten von der Lufthansa übernommen. Und auch in Brüssel kaufte Lufthansa nicht die einstige marode Sabena, sondern erst die nach der Sabena-Insolvenz frisch aufgestellte Brussels Airlines. (mbö/mas/dpa)

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