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Fokus Osteuropa

Weg frei für erstes VW-Werk in Russland

Am 29. Mai ist in Moskau ein Abkommen über den Bau eines VW-Werks im russischen Gebiet Kaluga unterzeichnet worden. Ab Herbst 2007 sollen dort die ersten Autos der Marke Skoda-Octavia vom Band rollen.

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VW: Russland ist ein dynamischer Automarkt

Gemeinsam mit dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel der Russischen Föderation sowie mit dem Gebiet Kaluga unterzeichnete der Volkswagen-Konzern am 29. Mai ein Investitionsabkommen, das den Bau einer Produktionsstätte in einem Vorort der Stadt Kaluga vorsieht.

Anfangs wurde das nahe Moskau gelegene Stupino als Standort gewählt, aber die VW-Manager suchten gleichzeitig nach Alternativen. Die Vertreter des Konzerns verhandelten mit den Regierungen anderer Gebiete, darunter mit der in Jaroslawl und Wladimir. Bis Ende vergangener Woche war unklar, welche russische Region von Volkswagen den Zuschlag erhält. Die Wahl fiel schließlich auf Kaluga, wo Volkswagen vorerst die Montage des Modells Skoda Octavia durchführen wird.

Tausende neuer Arbeitsplätze

Die Konzernleitung teilte mit, in dem Werk in Kaluga würden 3.500 Arbeitsplätze entstehen. Ferner sei der Konzern daran interessiert, neben dem Werk einen Gewerbepark zu errichten, in dem Zulieferbetriebe Komponente für die Automobilproduktion herstellen könnten. Das würde weitere 7.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Schon Mitte März hatten Volkswagen-Vertreter in Moskau Sondierungsverhandlungen mit Zulieferbetrieben für die Automobilproduktion geführt.

Vorerst sollen aber nur wenige Komponente von russischen Unternehmen zugeliefert werden. Die Motoren beispielsweise sollen importiert werden. Anfangs will VW in Kaluga jährlich 20.000 Autos produzieren. Parallel soll Schritt für Schritt vor Ort eine vollständige Fertigung aufgebaut werden.

Autos für russischen Markt

Skoda ist eine tschechische Automobilmarke, die zum deutschen VW-Konzern gehört. In Zukunft sollen in Kaluga aber auch Autos der VW-Traditionsmarken produziert werden, die speziell für den russischen Markt auf der Basis des Volkswagen Polo konzipiert sein sollen. In Russland soll dieser Wagen in der Grundausstattung dann weniger als 10.000 Euro kosten.

In einer Mitteilung des russischen Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung heißt es, das russische Volkswagen-Projekt sieht die künftige Produktion der Modelle Touareg und Passat vor. In den nächsten vier bis fünf Jahren solle die Produktion in Kaluga 150.000 Autos pro Jahr erreichen. Die Investitionen des Volkswagen-Konzerns würden sich auf über 400 Millionen Euro belaufen.

VW sieht Wachstumsperspektiven

Der VW-Sprecher Hartwig von Sass sagte zu den Gründen von Volkswagen, in Russland ein eigenes Werk zu errichten, folgendes: "Der Vorstand der Volkswagen AG hat entschieden, dass sich unser Unternehmen in Russland engagieren wird, weil Russland ein dynamischer Automarkt ist und wir dort große Wachstumsperspektiven sehen."

Viacheslav Yurin
DW-RADIO/Russisch, 29.5.2006, Fokus Ost-Südost