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Aktuell Asien

Wechselstimmung in Indonesien

Fast 190 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen: In Indonesien wird an diesem Mittwoch ein neues Parlament gewählt. Die Partei von Präsident Yudhoyono muss mit einer herben Schlappe rechnen.

Es sind die vierten freien Parlamentswahlen im größten muslimischen Land der Welt nach dem Ende der Suharto-Diktatur 1998. Neu besetzt werden müssen die 560 Sitze im Unterhaus in Jakarta. Auf vergleichsweise wenigen von ihnen Platz nehmen werden wohl Abgeordnete der "Demokratischen Partei" von Staats- und Regierungschef Susilo Bambang Yudhoyono. Seine Popularität hat durch Korruptionsskandale gelitten, die selbst die günstige Wirtschaftsentwicklung in Indonesien überschatten.

An der Spitze der Wählergunst liegt laut jüngsten Umfragen mit 37 Prozent der Stimmen die oppositionelle "Demokratische Partei des Kampfes" (PDI-P) unter Vorsitz von Expräsidentin Megawati Sukarnoputri. Dahinter folgt die "Golkar"-Partei des mittlerweile verstorbenen Machthabers Suharto mit 17 Prozent. Auf Platz drei steht mit 14 Prozent die "Gerindra"-Partei unter Prabowo Subianto, einst Kommandeur der wegen Menschenrechtsverletzungen berüchtigten militärischen Spezialeinheit Kopassus.

Joko Widodo (Foto: Reuters)

Gilt als Garant für den Wahlerfolg: Joko Widodo

Vorentscheidung für Präsidentenwahl

Ihren deutlichen Umfrage-Vorsprung verdankt die PDI-P unter Megawati vor allem dem Umstand, dass die Partei Mitte März den überaus populären Gouverneur von Jakarta, Joko Widodo, als Spitzenkandidaten für die Präsidentenwahl im Juli aufstellte. Der Politiker mit dem Spitznamen "Jokowi" gilt als Favorit für die Nachfolge von Präsident Yudhoyono. Parteienloyalität ist in Indonesien wenig ausgeprägt, es geht mehr um Personen.

Bei der Präsidentenwahl dürfen nur Parteien einen Kandidaten ins Rennen schicken, die bei der Parlamentswahl 25 Prozent der Stimmen oder 20 Prozent der Abgeordnetensitze erringen können. Yudhoyonos "Demokratische Partei" dürfte laut Umfragen bei der Wahl an diesem Mittwoch allerdings nur etwa zehn Prozent der Stimmen erhalten.

wa/det (epd, dpa, afp)

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