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Kultur

Wechselbad der Gefühle

Das erste Formel-1-Rennen der Saison 2003 in Melbourne war spannend wie selten zuvor. Dafür sorgten allerdings nicht nur neue Regeln, sondern auch chaotische Verhältnisse auf der Strecke.

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McLaren Mercedes vor Ferrari

Und so standen sie in Melbourne auf dem Podest: David Coulthard ganz oben, daneben Juan-Pablo Montoya und Kimi Käikkönen. Einer fehlte: Michael Schumacher.

Durcheinandergewirbelt

"Das war ein chaotisches Rennen von den Umständen her", meinte "Schumi", der in den vergangenen drei Jahren in Australien gewonnen hatte und diesmal Vierter wurde. "Ich will aber mal stark behaupten, dass es mit dem neuen Reglement nichts zu tun hat." Durch unplanmäßige Boxenstopps und die Safety-Car-Phasen wurde die Reihenfolge immer wieder durcheinander gewirbelt. Grund war das Wetter, das die Strategie vieler Teams beizeiten umwarf. Viele hatten ihre Wagen mit Regenreifen ausgestattet, doch die Strecke wurde immer trockener, sodass die meisten Fahrer an die Box mussten.

David Coulthard reagierte als einer der ersten und wechselte seine Reifen schon in der dritten Runde. Dagegen hatte sich sein Teamkollege Räikkönen für Trockenreifen entschieden, musste aber auf Grund des neuen Reglements mit dem Ersatzwagen aus der Boxengasse starten. Der junge Finne nutzte seinen Vorteil und fuhr ab Mitte des Rennens lange Zeit an der Spitze. Der 23-Jährige lieferte sich mit Michael Schumacher im alten Ferrari einen aufregenden Zweikampf.

Doch "Schumi" hatte Pech. Er verlor in der die Windabweiser an seinem Ferrari und wurde von der Renneleitung aus Sicherheitsgründen an die Box beordert. Er rutschte vom ersten auf den vierten Platz zurück. Als auch noch Montoya einen Fahrfehler beging, war der Weg frei für David Coulthard. "Er ist ein Racer und hat seine ganze Erfahrung ausgespielt", sagte Mercedes-Motorsportchef Haug. Von Langeweile war in diesem Rennen nichts zu spüren.

Das neue Regelwerk

Mit radikale Regelreformen kam einiges an frischem Wind in die Königsklasse des Automobilsports. Eine neue Punktebewertung, ein neuer Qualifikationsmodus mit nur noch einer schnellen Runde, das Verbot von Datenübertragung und Stallregie sowie nur noch eingeschränkter Funkverkehr sollen dafür sorgen, dass fahrerisches Können und nicht nur die (personal-)technische Überlegenheit belohnt wird.

BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher begrüßt die Reformen: "Am sinnvollsten finde ich die Qualifying-Version, weil am Anfang ja doch nie was los war und die Zuschauer sich gelangweilt haben. Jetzt wird mehr Spannung aufkommen." Und bei erhöhter Spannung soll auch noch ordentlich gespart werden: Der Automobilverband FIA verspricht sich von eingeschränkten Trainingszeiten, reduzierter Reifenwahl und künftig verlängerter Motorlaufzeit Einsparungen im mehrstelligen Millionenbereich.

Noch mehr Reformen

Beim 11. Rennen am 20. Juli im englischen Silverstone müssen die Teams dann noch einmal umdenken, denn dann treten weitere radikale Änderungen in Kraft: Ab dann dürfen keine elektronischen Fahrhilfen, wie Traktionskontrolle, Startautomatik und automatische Getriebe, verwendet werden. Die Teams BMW-Williams und McLaren-Mercedes haben allerdings gegen die neuen Regeln protestiert und den Gang vor ein Schiedsgericht angekündigt.

Der ewige Zweite

Ralf Schumacher im BMW-Williams muss sich in diesem Jahr besonders anstrengen. Zwar konnte der letztjährige WM-Vierte immerhin den einzigen Sieg des Teams 2002 in Malaysia vorweisen, doch schaffte Fahrer-Kollege Pablo Montoya aus Kolumbien 7 Pole Positions und in der WM einen Platz vor dem kleinen Schumacher-Bruder.

Ralf Schumacher fährt aber nicht nur gegen den eigenen Kollegen, sondern will natürlich auch den Fahrern von Ferrari Paroli bieten: "Mein Ziel ist es, näher an Ferrari dran zu sein und gegen Ferrari einfach mit einem besseren Auto kämpfen zu können. Und nach allem, was ich bisher gesehen habe, bin ich da auch recht zuversichtlich." Sein Können kann er ab dem 9. März unter Beweis stellen. Los geht es in Melbourne, weitere Rennen folgen in Malaysia, Brasilien und San Marino.

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