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Politik

Weblog: Der Weltinformationsgipfel

Tausende Delegierte konferieren in Genf über die Rolle der Dritten Welt in der Informationsgesellschaft von Morgen. Und was geschieht zwischen den Konferenzen?

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Elektronischer Müllberg

Spam war für mich bisher kein Problem. Ich bekam weder Sonderangebote für Viagra oder andere sexuelle Starthilfen noch Bilder von leicht bekleideten Damen in mein email-Fach. Die seufzende Nachfrage der Kollegen, ob ich denn auch soviel Müll zugeschickt bekäme, konnte ich milde lächelnd verneinen. Und mich insgeheim fragen, ob es tatsächlich allein der weibliche Vorname in der email-Adresse ist, der mich bisher vor solchen Angeboten schützte.

Angemessene Maßnahmen

Spam ist auch ein Thema auf dem Weltinformationsgipfel. Schließlich fordert ein Artikel des Aktionsplanes, der in Genf verabschiedet werden soll, “auf nationaler und internationaler Ebene angemessene Maßnahmen gegen Spam zu ergreifen“. Anfangen sollte man vielleicht einmal mit der Definition, was Spam eigentlich ist. Denn ich staunte nicht schlecht, als sich am Montag, zwei Tage vor Beginn des Gipfels, mein email-Fach mit Nachrichten füllte.

Im Viertelstunden-Takt erreichten mich Mitteilungen von Damen und Herren, deren Namen mir überhaupt nichts sagten, die sich aber dennoch für eine mail bedankten (die ich nie geschrieben hatte) und die mir dann mehr oder weniger freundlich mitteilten, dass sie für die nächsten zehn Tage im Urlaub seien. Oder auf Dienstreise. Oder bei einem Sprachkurs. Und an welche mail-Adresse ich mich denn statt dessen wenden sollte.

Gegengipfel ist auch da

Erstaunlicher Weise sind alle diese nun-nicht-per-mail-zu-erreichenden Damen und Herren Mitglieder des sogenannten Gegengipfels in Genf. Also von Nichtregierungsorganisationen, die den eigentlichen Gipfel als elitäre Veranstaltung geißeln unter dem Slogan "WSIS? WE SEIZE!" Schon vor Beginn des Gipfels hatten sie ihr Motto erfolgreich umgesetzt – und mein email-Fach zumindest für einen Tag gekapert.