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Wasserbewegungen

Wasser plätschert, sprudelt, tost, fließt mächtig, versickert. Besonders stille Wasser gelten als tief. Rund um das chemische Element H2O gibt es zahlreiche Redewendungen und Ausdrücke. Na denn: Wasser marsch!

Wasser. H²O: eine farblose, in dicker Schicht bläuliche Flüssigkeit, mit der unsere Erde zu mehr als 70 Prozent bedeckt ist. So sagt es das Lexikon. Wasser ist das wichtigste Lebenselement für Menschen, Tiere und Pflanzen und hat sich auch in die deutsche Sprache tief „hineingespült“.

Stille Wasser und Wasser in Bewegung

Ein Schwimmer prustet Wasser aus seinem Mund

Ordentlich prusten, um sich nicht zu verschlucken!

Die sprudelnde Quelle wird zum plätschernden Bächlein, fließt langsam und mächtig als Fluss, wird manchmal zum reißenden Strom mit tosendem Wasserfall und versickert als spärliches Rinnsal im Boden. Mit Wasser kann man sich das Gesicht benetzen, den Rasen sprengen und im Sommer seine Mitschüler bespritzen. Kinder springen gerne platschend in Wasserpfützen, im Schwimmbad gerne vom Einmeterbrett, und prusten, wenn sie aus Versehen Wasser geschluckt haben.

Stille Wasser sind tief, sagt eins der vielen Wasser-Sprichwörter. Menschen, für die das gilt, sind besonders ruhig, zurückhaltend, ja unscheinbar. Hat man ihre Oberfläche aber einmal durchbrochen, dann zeigen sie ihre bisher unsichtbare Leidenschaft und vielleicht auch manch unvermuteten Abgrund. Der sonst stille Bürokollege entpuppt sich beim Betriebsfest als großer Opernfan, die ruhige Sekretärin als begeisterte Samba-Tänzerin und der eher unscheinbare Kantinenkoch als wüster Frauenheld – wo der doch sonst so harmlos wirkt, so als könne er kein Wässerchen trüben!

Manch einem kann man nicht das Wasser reichen

Ein Tropfen hängt an der Öffnung einer Flasche

Es muss nur lange genug auf einen Stein tropfen...

Sein Chef dagegen ist Frauen gegenüber eher zurückhaltend, im Umgang mit seinen Geschäftspartnern aber mit allen Wassern gewaschen, zeigt Mut, durchaus auch Kaltblütigkeit und vor allem Erfahrung. Er kann hervorragend verhandeln, die besten Preise für seine Produkte herausholen und seinen Partnern sogar zum Schluss noch das Gefühl geben, dass sie ein gutes Geschäft gemacht haben.

Selbst bei hartnäckigen Neinsagern gibt er nicht auf und hat so – oft nach Tagen und Wochen mit schwierigen Verhandlungen – sein Ziel erreicht, ganz nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Im Verkaufen ist er wirklich Spitze, da kann ihm keiner seiner Konkurrenten das Wasser reichen.

Wasser predigen, Wein trinken

Ein Priester steht am Altar, rechts neben ihm stehen zwei brennende Kerzen. Er hat die Hände gefaltet, vor ihm steht ein Messkelch

Nichts von anderen verlangen, was man nicht selbst bereit ist zu geben

Managern wird oft vorgeworfen, sie würden mit der Forderung nach mehr Leistung für weniger Lohn Wasser predigen und Wein trinken, vor allem dann, wenn bekannt wird, dass sie sich gerade einige Millionen aus der Bonuskasse genehmigt oder gar Steuern hinterzogen haben.

Derartige Zeitungsmeldungen wirken wie Wasser auf die Mühlen des Volkszornes, bestätigen das negative Klischee von „denen da oben“, die nicht verstehen, „was die da unten“ wirklich wollen, und sie schüren den Ärger über „die da oben“. Aber bis ein politisches System es schafft, derartigen Missbrauch zu verhindern, nun bis dahin wird noch reichlich Zeit vergehen und viel Wasser den Rhein oder Main hinunter fließen.

Wer mit Wasser kocht, kann gegen den Strom schwimmen

Symbolbilde eines Fisches, der gegen den Strom eines Fischschwarmes schwimmt

Wer gegen den Strom schwimmt, braucht viel Kraft

Menschen neigen zur Idealisierung, besonders in jungen Jahren, wo es darum geht, den eigenen Weg zu finden. Sie darauf hinzuweisen, dass ihre Vorbilder und Helden auch nur Menschen sind und auch nur mit Wasser kochen, bringt meist wenig. Das müssen sie schon selbst erfahren.

Und bald schon teilt sich die Welt auf in Opportunisten, die gerne mit dem Strom schwimmen, sich der Lage anpassen, um selbst einen Vorteil daraus zu ziehen und in Querdenker. Sie ziehen es vor, gegen den Strom zu schwimmen, eigene Ideen zu entwickeln und zu vertreten. Übrigens, die meisten Menschen liegen wohl dazwischen, schwimmen mal mit und mal gegen den modischen oder politischen Strom. Nur dafür gibt es leider keine passende Redewendung.

Wer ins kalte Wasser geworfen wird, sollte abgehärtet sein

Microsoft-Gründer Bill Gates spricht. Vor ihm steht ein Mikrofon.

Er hatte die richtige Idee und wagte den Sprung ins kalte Wasser: Microsoft-Gründer Bill Gates

Es ist schön und sicher ein großer Vorteil, wenn Eltern ihr Kind auf das Leben vorbereiten können. Ebenso wie es als Auszubildender praktisch ist, erst einmal üben zu dürfen, bevor man im Geschäft, im Büro, in der Werkstatt – eben im echten Leben – das Gelernte anwenden muss.

Mancher hat das Glück solcher Vorbereitung aber nicht und wird ins kalte Wasser geworfen, muss sich ohne Ausbildung behaupten oder etwas ganz Neues beginnen, weil für den gelernten Beruf kaum mehr Stellen existieren. In den besten Fällen ist daraus mit der richtigen Idee manch geglückte Unternehmergeschichte entstanden: der „abgebrochene“ Student, der seine Leidenschaft als Koch, oder der Drucker, der als brillanter Verkäufer sein Redetalent entdeckte.

Achtung: Nicht das Wasser abgraben lassen!

Auch wenn vielleicht vielen eine Zeit lang das Wasser bis zum Halse steht und sie ums wirtschaftliche Überleben kämpfen müssen: Da gilt es, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen und sich nur nicht von anderen das Wasser abgraben zu lassen.


Fragen zum Text

Welcher Satz passt? Hans ist ein sehr guter Chef. …
1. Seine Mitarbeiter werfen ihn gerne ins kalte Wasser
2. Es ist Wasser auf seine Mühlen, wenn andere weniger wissen als er.
3. Keiner kann ihm das Wasser reichen.

Bis zur Entscheidung über den Brückenbau in zwei Jahren …
1. sollte man Wasser predigen und Wein trinken.
2. fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter.
3. wird nur mit Wasser gekocht.

Welche Redewendung passt nicht? Anne ist sehr frech, obwohl sie nicht so aussieht. Sie ist jemand, der …
1. sich das Wasser abgraben lässt.
2. kein Wässerchen trüben kann.
3. mit allen Wassern gewaschen ist.

Arbeitsauftrag
Formuliere zu den folgenden Redewendungen irreale Vergleichssätze im Konjunktiv II der Gegenwart – einmal mit „als ob“ und dann nur mit „als“.

kein Wässerchen trüben könnendas Wasser bis zum Hals stehen habenins kalte Wasser geworfen werdengegen den Strom schwimmen wollenmit allen Wassern gewaschen seinnur mit Wasser kochen

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