Washington und London warnen vor russischer Cyberattacke | Aktuell Welt | DW | 16.04.2018
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Angriffe aus dem Netz

Washington und London warnen vor russischer Cyberattacke

Die USA und Großbritannien berichten von einer mutmaßlichen weltweiten Cyberattacke. Von der Regierung in Moskau unterstützte Hacker-Gruppen hätten Router, Switches und Firewalls infiziert, so Behörden beider Länder.

Der "bösartige" Angriff  habe sowohl Regierungseinrichtungen als auch private Organisationen zum Ziel und solle unter anderem der Spionage dienen, hieß es in einer in London veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von britischen und US-Sicherheitsbehörden. Der Experte der US-Bundespolizei FBI, Howard Marshall, betonte, die neuen Attacken fügten sich in ein Muster von Cyber-Aktivitäten der russischen Regierung ein. Der Umfang des Schadens sei noch nicht bekannt, erklärte Jeanette Manfra vom US-Heimatschutzministerium.

Auftakt für noch größere Attacke im Netz?

Ciaran Martin vom britischen National Cyber Security Centre sagte allerdings, es seien "Millionen von Maschinen" ins Visier genommen worden. Die Angriffe würden seit mehr als einem Jahr beobachtet, die zugrundeliegende Taktik sei noch länger bekannt. Möglicherweise brächten sich die Hacker für zukünftige Angriffe in Stellung. Ziel der Cyberattacken sei es, die Arbeit anderer Regierungen zu stören und geschäftliche Aktivitäten zu destabilisieren, erklärte ein Sprecher der Regierung in London.

Behörden wollen weitere Details bekanntgeben

Betroffen sind demnach Internet-Provider, Unternehmen in der Privatwirtschaft und Schlüsseleinrichtungen der Infrastruktur. Es gehe unter anderem um Spionage und Diebstahl von geistigem Eigentum. Zu den konkreten Zielscheiben der Attacken gehören den Angaben zufolge Installationen wie Router, Switches und Firewalls. Router sind dafür zuständig, Datenpakete in verschiedene Netzwerke weiterzuleiten. Ein Switch ermöglicht den Datenaustausch zwischen Computern. Firewalls sind Sicherungssysteme gegen Hackerangriffe.

Die britischen und amerikanischen Behörden kündigten für den Lauf des Tages die Veröffentlichung von technischen Einzelheiten an, damit die Angriffe erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden könnten. Die mutmaßliche Cyberattacke könnte die ohnehin stark angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter belasten.

qu/sam (dpa, afp, rtr)

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