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Aktuell Nahost

Washington sucht "effektiven" Partner im Kampf gegen IS

Noch halten die Kurden Kobane offenbar. Die USA glauben aber nicht an eine Rettung der Stadt an der syrisch-türkischen Grenze allein mit Luftangriffen. Präsident Obama bittet um Geduld im Kampf gegen den IS.

Die kurdischen Kämpfer kontrollieren nach Einschätzung des US-Zentralkommandos in Tampa (Florida) weiter den größten Teil der an der syrisch-türkischen Grenze gelegenen Kurden-Bastion Kobane. Sie hielten den Attacken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stand, schrieb das Zentralkommando in einer Mitteilung. Das US-Militär verfolge die Lage in Kobane genau, hieß es. Bei acht Angriffen der USA und der jordanischen Luftwaffe nahe Kobane seien unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, ein Nachschubdepot sowie ein Kommandozentrum und Baracken der IS-Miliz zerstört worden. Insgesamt seien am Mittwoch in Syrien neun Luftangriffe gegen den IS geflogen worden. Die USA hätten zudem drei Luftschläge im Irak ausgeführt.

"Das wird nicht über Nacht gelöst"

US-Präsident Barack Obama bat im Kampf gegen den IS um Geduld. "Es bleibt eine schwierige Mission", sagte Obama nach Beratungen mit ranghohen Militärvertretern im Pentagon. "Ich habe von Beginn an gesagt, dass dies nicht etwas ist, was über Nacht gelöst wird." Der Präsident begrüßte, dass die internationale Gemeinschaft sich der Gefahr der Dschihadisten vereint entgegenstelle. Die "gute Nachricht" sei, dass es einen "breiten Konsens" im Nahen Osten und "unter den Nationen der Welt" gebe, dass die IS-Miliz den Frieden und die globale Sicherheit bedrohe. Die USA führen eine Allianz mehrerer Staaten an, die in Syrien und im Irak Luftangriffe auf IS-Stellungen fliegen.

Nach Ansicht des Pentagon reichen die Luftschläge jedoch nicht, um die Terrormiliz in die Flucht zu schlagen und die Stadt Kobane zu retten. Die Angriffe hätten in und um die Stadt zwar durchaus gewirkt, sagte Pentagonsprecher John Kirby. Möglicherweise habe sich ein Drittel der Kämpfer zurückgezogen - auch wegen des militärischen Drucks, den die USA und ihre Verbündeten aus der Luft ausgeübt hätten. Dennoch warnte Kirby, dass Luftangriffe allein nicht ausreichten, um die Belagerung Kobanes zu stoppen. Ein Grund dafür sei, dass es noch keinen "gewillten, fähigen, effektiven Partner" gebe, der das internationale Bündnis unterstützen könnte.

Einrichtung einer Pufferzone?

Die USA wollen innerhalb eines Jahres rund 5000 moderate syrische Rebellen für den Kampf gegen die Dschihadisten ausbilden und ausrüsten. US-Generalstabschef Martin Dempsey räumte Ende September aber ein, dass eher bis zu 15.000 vom Westen unterstützte Rebellen benötigt würden, um die von der IS-Miliz kontrollierten Gebiete im Osten Syriens zurückzuerobern. Im Irak setzen die USA auf die dortigen Regierungstruppen und kurdische Kämpfer. Den Einsatz von US-Bodenkampftruppen hat Obama ausgeschlossen.

Angesichts der schweren Kämpfe in Kobane war auch erneut die Einrichtung einer Pufferzone im Gespräch. Die mehr als eine Million Flüchtlinge, die bereits die Grenzen überquert hätten, seien ein Problem für die Türkei, den Libanon und Jordanien, sagte US-Außenminister John Kerry. Auch sein britischer Amtskollege Philip Hammond sagte bei dem Treffen mit Kerry, die Idee einer Pufferzone sei noch nicht vom Tisch.

Die Idee für die Errichtung einer Pufferzone für Flüchtlinge an der türkischen Grenze zu Syrien kommt vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und wird von Frankreichs Präsident François Hollande unterstützt.

cr/wa (dpa, afp, rtr)