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Aktuell Amerika

Washington legalisiert als zweiter US-Bundesstaat den Verkauf von Marihuana

Nach Colorado ist Washington der zweite US-Bundesstaat, in dem der Verkauf von Marihuana offiziell erlaubt ist. Der Andrang war groß, aber die Freude wurde schnell getrübt.

Lange Schlangen bildeten sich in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) vor den ersten legalen Marihuana-Verkaufsstellen im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA. Das Personal von "Top Shelf Cannabis" in der Stadt Bellingham applaudierte und jubelte, als die ersten Portionen Rauschgift legal über den Tresen gingen.

Nach Angaben der Regulierungsbehörde erhielten insgesamt 25 sogenannte Coffee-Shops in Washington die Lizenz für den Verkauf von Marihuana. 300 weitere Anträge würden derzeit noch geprüft.

Verkauf von Marihuana in Washington legalisiert

Gute Laune bei den ersten legalen Cannabis-Käufern in Seattle im US-Staat Washington

Käufer müssen sich aber wohl schon bald auf höhere "Gras"-Preise einstellen: Nach den "Einführungsangeboten" der ersten Tage rechnen Experten mit Preisen zwischen zwölf und 25 US-Dollar (ca. 9-18 Euro).

Cannabis-Produkte für (fast) alle

Ab sofort dürfen alle Bürger über 21 Jahre bis zu 28 Gramm des Rauschgifts zum Eigenbedarf bei sich haben. Außerdem ist es erlaubt, rund 450 Gramm an Marihuana-haltigen Produkten in fester Form oder bis zu zwei Kilogramm in flüssiger Form zu erwerben.

Ziel der Behörden ist es, den Markt für Cannabis-Produkte zu kontrollieren, ähnlich wie bei Alkohol, der in einigen US-Staaten nur in sogenannten "Liquor Stores" verkauft werden darf. Damit soll der Rauschgifthandel auf dem Schwarzmarkt eingedämmt werden.

Colorado macht Kasse

Die Legalisierung von Cannabis im Bundesstaat Washington wird von Beobachtern als Beginn eines Trends hin zu einer landesweiten Liberalisierung und zu einer Stärkung der Pro-Marihuana-Bewegung gewertet.

Der erste US-Staat, in dem der Konsum und Verkauf von Marihuana freigegeben wurde, war zu Jahresbeginn Colorado, ebenfalls im Nordwesten der Vereinigten Staaten gelegen. Bis April nahmen die Finanzbehörden rund elf Millionen Dollar an Steuern ein (ca. 8,5 Millionen Euro). Außerdem sank die Kriminalitätsrate deutlich. Berechnungen des Colorado Center for Law and Policy (CCLP) zufolge könnte der Staat durch den Wegfall von Gefängnisstrafen für den Besitz von Marihuana pro Jahr bis zu 40 Millionen Dollar einsparen.

Auf Bundesebene bleibt Cannabis jedoch weiterhin illegal. 23 Bundesstaaten und die US-Hauptstadt Washington erlauben allerdings den Konsum unter Auflagen zu medizinischen Zwecken.

mak/wa (rtr, dpa, afp)