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Aktuell Welt

Washington lädt Afrika ein

Terror, Armut, Epidemien: Die Liste der Probleme Afrikas ist lang. Bei einem dreitägigen Mega-Gipfel wollen die USA zwar die drängendsten Fragen ansprechen – vor allem aber die Weichen für mehr Handel stellen.

Think Big – diesem Motto scheinen die US-Gastgeber auch beim aktuellen Afrika-Gipfel treu geblieben zu sein. Gleich 51 afrikanische Staats- und Regierungschefs samt ihren Delegationen hat US-Präsident Barack Obama zum "U.S. Africa Leaders Summit" bis einschließlich Mittwoch nach Washington eingeladen. So viele, dass er auf einzelne bilaterale Treffen mit Staats- und Regierungschefs verzichtet, um keine Teilnehmerland vor dem Kopf zu stoßen. Mit der bisher einmaligen Konferenz des Weißen Hauses will Obama, Sohn eines Kenianers, auch sein bisher eher als zurückhaltend wahrgenommenes Engagement für den Kontinent unter Beweis stellen.

Zum Auftakt des dreitägigen Gipfels rief US-Außenminister John Kerry die Länder Afrikas zum Kampf für mehr Demokratie und gegen Korruption auf. "Demokratie ist harte Arbeit", sagte Kerry. Eine starke Zivilgesellschaft und umfassende Menschenrechte seien nicht nur amerikanische, sondern universelle Werte, betonte der US-Chefdiplomat.

Wirtschafts-Gespräche im Mittelpunkt des Gipfels

Beobachter kritisierten im Vorfeld, dass sich der Gipfel zu sehr um wirtschaftliche Interessen drehe und die sozialen Probleme des afrikanischen Kontinents nur am Rande behandle. Tatsächlich sind trotz drängender Themen wie dem jüngsten Ebola-Ausbruch in Westafrika sowie der Terrorgefahr durch islamische Extremisten sind vor allem Wirtschafts-Gespräche geplant. Denn die USA wollen China, dem derzeit größten Handelspartner des Kontinents, den Markt nicht allein überlassen. Und so sind unter den rund 5400 angemeldeten Teilnehmern des Afrika-Gipfels auch zahlreiche Top-Manager der Privatwirtschaft. Was sich lohnen könnte. Handelsministerin Penny Pritzker erwartet Geschäfte im Wert von umgerechnet mindestens 671 Mio Euro.

cw/wl (dpa)