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Politik

Washington ist ausgebucht

Während Barack Obama seine Regierungsmannschaft zusammenstellt, sind Millionen seiner Landsleute damit beschäftigt, sich auf den Tag seiner Amtseinführung vorzubereiten. Die US-Hauptstadt erwartet einen Rekordansturm.

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Sie wollen am 20. Januar in Washington übernachten und haben noch nicht gebucht? Dann schauen Sie sich vorher ihr Bankkonto an: Zwischen 800 und 1000 Dollar müssen Sie schon investieren, wenn Sie am Tag der Amtseinführung des neuen Präsidenten in der Hauptstadt übernachten wollen. Selbst ein Luxuszimmer in New York ist da preiswerter zu bekommen. Doch die halbwegs bezahlbaren Hotels in und um DC sind nahezu ausgebucht - und auch sie verlangen um die 500 Dollar pro Nacht. Die ganz Schlauen, die bereits vor der Wahl gebucht haben, kommen ebenfalls nicht ungeschoren davon.

Wie die "Washington Post" berichtet, bekamen einige der Vorausdenkenden nach der Wahl einen freundlichen Brief ihres Hotels: Darin wurden sie darauf hingewiesen, dass sie mindestens zwei Nächte bleiben und sofort bezahlen müssten - sonst würde ihre Reservierung verfallen. In einem anderen Fall wurde einfach das Doppelte des vereinbarten Preises von der Kreditkarte abgebucht.

Die Amtseinführung von Barack Obama scheint also das Ereignis schlechthin im nächsten Jahr zu werden. Erwartet werden bis zu vier Millionen Besucher. Auch für Prominente ist es Muss, an diesem Tag in Washington zu sein. Der US-Schauspieler Tom Hanks hat erklärt, er wäre mit einem Platz irgendwo in der Menge zufrieden - und ihm wird wohl auch nichts anderes übrig bleiben. Lediglich 240.000 Karten sind gedruckt worden, fast alle Stehplätze. Die restlichen Schaulustigen werden sich über die riesige Mall, die Grünfläche zwischen Kapitol und Lincoln-Denkmal, verteilen müssen.

Die Karten für den großen Tag kosten übrigens nichts - jedenfalls nicht, wenn man sie offiziell ergattert. Der inoffizielle Weiterverkauf ist aber nicht zu verhindern. Doch dabei gilt es vorsichtig zu sein, denn ausgegeben werden die Karten erst etwa eine Woche vor dem großen Tag. Die Wahrscheinlichkeit, einem Betrüger aufzusitzen, ist groß.

Wem das alles zu viel Stress ist, der kann ja in den Tagen vorher oder hinterher nach Washington kommen: Die Party ist nicht nur auf den 20. beschränkt. Für diesen besonderen Tag geben die Veranstalter aber schon jetzt Hinweise darauf, was erlaubt sein wird und was nicht: Verboten ist zum Beispiel das Mitbringen von Regenschirmen, Rucksäcken und Thermoskannen. Dazu passt dann die Information, sich doch bitte warm anzuziehen: Die Temperaturen liegen am 20. Januar gewöhnlich auch mittags um den Gefrierpunkt und mit stundenlangem Stehen in der Kälte ist zu rechnen. Kinder sollten deshalb zuhause gelassen werden. Schließlich können sie sich nicht in das Lammfell ihres Buggies kuscheln - auch das Mitbringen von Kinderwagen ist verboten.

Seinen Amtseid legt der Präsident übrigens vor dem Kapitol ab, dort hält er auch seine Rede. Dann wird er sich zum Weißen Haus begeben, um sich die offizielle Parade anzusehen, die die Pennsylvania Avenue entlang zieht. Das Amtseinführungplanungsteam kann sich, so heißt es, auch vor Anmeldungen für die Teilnahme daran nicht retten.

Wir haben Washingtoner Freunde und Bekannte gefragt, an welchem Ort wir uns denn am besten die Amtseinführung des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten ansehen. Kapitol? Weißes Haus? Pennsylvania Avenue? Die Antwort war eindeutig: Vor dem Fernseher.

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