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Nukleare Waffen

Was unterscheidet Wasserstoff- und Atombombe?

Nordkorea behauptet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben. Doch was unterscheidet diese von einer Atombombe? Ein Blick auf die grundlegenden Mechanismen von zwei der zerstörerischsten Waffen der Welt.

Erste Wasserstoffbombe (picture-alliance/dpa/US Department of Energy)

1952 testeten die USA erstmals eine Wasserstoffbombe: Die Detonation "Ivy Mike" auf der Insel Elugelab hatte eine solche Sprengkraft, dass das Atoll im pazifischen Ozean komplett verschwand

Nordkorea hat am Sonntag verkündet, einen Atomtest durchgeführt zu haben – und zwar mit einer weiterentwickelten Wasserstoffbombe, auch als thermonukleare Bombe bekannt. Damit wäre Nordkorea seit früheren Experimenten mit einer ersten Generation von Atomwaffen in der Entwicklung von nuklearen Waffen einen Schritt weiter gekommen. Aber worin unterscheiden sich Wasserstoffbomben von Atombomben?

Detonation

Der größte Unterschied zwischen einer Wasserstoffbombe und einer Atombombe besteht in der Art der Zündung. Bei einer herkömmlichen Atombombe - wie etwa den beiden, die 1945 von den USA auf Nagasaki und Hiroshima abgeworfen wurden – entsteht die Sprengkraft dadurch, dass im Atomkern die Elemente Plutonium oder Uran gespalten werden. In einer unkontrollierten Kettenreaktion werden Unmengen an Energie frei. Dieser Prozess heißt Kernspaltung.

Jahre nachdem die erste Atombombe im US-Bundesstaat New Mexico entwickelt wurde, haben die Vereinigten Staaten eine Waffe erfunden, die auf der Technologie einer Atombombe aufbaut. Die Detonation wurde so erweitert, dass eine deutlich stärkere Sprengkraft erreicht werden kann. Hier spricht man von einer Wasserstoffbombe.

Form

Wasserstoffbomben beruhen auf Fusion, also der Verschmelzung von Kernen des Elements Wasserstoff. Für die Kernfusion werden jedoch sehr hohe Temperaturen und viel Druck benötigt. Um diese zu erzeugen, braucht es daher eine Atombombe. Deshalb sind Wasserstoffbomben zweistufig aufgebaut. Der Atomsprengsatz dient dabei als Zünder.

Experten zufolge unterschied sich die jüngste von Nordkorea getestete Bombe erheblich von vorherigen Tests. Ein Foto zeigt eine Bombe, die zwei Kammern hat. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine zweistufige Wasserstoffbombe handeln könnte.

"Die Bilder zeigen die Form einer möglichen Wasserstoffbombe. Mit einer primären und einer sekundären Kernfusion, die in der Form einer Sanduhr zusammentreffen", so die Einschätzung von Lee Choon-geun, Forscher am staatlichen Institut für Wissenschafts- und Technologiepolitik in Südkorea.

Zerstörungskraft

Wasserstoffbomben können hundert bis tausend Mal so starke atomare Explosionen erzeugen wie herkömmliche Atombomben. Die Sprengkraft von Atombomben wird häufig in Kilotonnen oder ein Tausend Tonnen TNT gemessen. Wasserstoffbomben hingegen werden generell in Megatonnen oder eine Million Tonnen TNT gemessen.