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Projekt Zukunft

Was passiert mit dem menschlichen Körper

Auch der menschliche Körper verändert sich, wenn die Schwerkraft nicht mehr wirkt. Er muß sich an diesen Zustand erst gewöhnen. Diese Anpassungsprozesse interessieren vor allem Mediziner.

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So verdanken wir der Schwerkraft, dass wir mit unseren Füßen fest am Boden stehen. Dadurch wissen wir immer, wo oben und unten ist. In der Schwerelosigkeit fehlen diese Orientierungshinweise des Körpers.

"Es ist tatsächlich so, dass wir es nicht merken, wenn wir an der Decke stehen", sagt Thomas Reiter. "Man muß erst mal lernen, mehr dem zu glauben, was die Augen an Informationen liefern, als dem Gefühl. Das Gefühl der Schwerkraft ist ja nicht da." Deshalb verlieren alle Neuankömmlinge im Erdorbit zunächst die Orientierung.

Weil das menschliche Gehirn so flexibel ist, können die Astronauten nach einigen Tagen auch in der Schwerelosigkeit zurecht kommen. Mediziner erforschen diese Flexibilität, um beispielsweise Orientierungsprobleme bei alten Menschen besser zu verstehen.

Nach der Ankunft im All verlagern sich im menschlichen Körper bis zu zwei Liter Blut und Gewebsflüssigkeit aus den Beinen in Bauchraum, Brustkorb und Kopf. Dadurch wird das Herz-Kreislauf-System anders belastet.

Manche Veränderungen ähneln Krankheiten, die auf der Erde weit verbreitet sind. So bewirken längere Aufenthalte in der Schwerelosigkeit den Abbau von Muskeln und Knochensubstanz. Vor allem an Rückgrat und Beinen. Doch anders als bei Osteoporosekranken hören diese Abbauprozesse wieder auf, wenn die Astronauten zur Erde zurückkehren.

All diese Anpassungsprozesse eröffnen den Medizinern neue Einblicke in die Funktionen des menschlichen Körpers. So gewinnen sie auch Erkenntnisse darüber, wie Volkskrankheiten wie Osteoporose und Bluthochdruck entstehen. Ein wichtiger Schritt, um solche Krankheiten zu heilen.