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Automesse

Was läuft schief bei der IAA?

Autoriesen wie Nissan, Peugeot, Mitsubishi und Volvo haben eines gemeinsam: Sie alle werden nicht bei der IAA in Frankfurt vertreten sein. Jetzt hat auch noch die amerikanische Kultmarke Tesla abgesagt.

Diese Absage lässt aufhorchen: Der Elektro-Pionier Tesla kommt nicht zur Frankfurter Auto-Messe IAA. Das Unternehmen bestätigte zu Wochenbeginn einen Bericht des Radiosenders "hr-info", wonach Tesla bei der Ausstellung (14.-24. September) nicht vertreten sein werde. "Wir bewerten jedes Event, um den besten Weg zur Interaktion mit unseren Kunden zu finden", erklärte eine Sprecherin. Tesla sei kein traditioneller Autohersteller und nicht auf Branchenevents fixiert.

Was nach nüchterner Analyse klingt, ist ein weiterer herber Rückschlag für die weltgrößte Automobilmesse. Denn die Tesla-Absage ist nicht die erste für die IAA, die in diesem Jahr zum 67. Mal vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) organisiert wird. So belässt die neue französische Opel-Mutter PSA die Konzernmarken Peugeot und DS zuhause und auch die Fiat-Chrysler-Gruppe verzichtet auf einen Auftritt in Frankfurt. Weitere Absagen kamen bislang von Nissan, Mitsubishi und Volvo. Auch die VW-Premiumtochter Audi verzichtet auf den bisherigen Extra-Messestand auf dem Freigelände von Frankfurt und reiht sich brav neben den anderen Konzerntöchtern in der VW-Messehalle ein.  

Automessen in der Krise?

Der VDA zeigte sich überzeugt, dass Tesla künftig wieder auf der IAA vertreten sein werde. Die internationale Reputation der Ausstellung in Frankfurt werde unterstrichen durch den Auftritt von mehr als 50 Automarken, darunter junge chinesische Hersteller.

Elektroauto - Tesla (picture-alliance/dpa)

Bereits 2013 bei der IAA in Frankfurt vertreten: Tesla "Model S".

Zwar hatte Tesla bereits auf die US-Autoshows in Detroit und New York verzichtet. Doch zur Zeit sorgt bekanntlich der Diesel-Skandal für Schlagzeilen und lenkt damit nicht nur in Deutschland die Aufmerksamkeit verstärkt auf Elektroautos. Weshalb Tesla-Gründer und Mastermind Elon Musk nicht diese Gunst der Stunde nutzt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Klar, die Auftragsbücher für das gerade in die Produktion gegangene, verhältnismäßig günstige Modell Tesla 3 sind voll, aber die IAA hätte für den US-Elektro-Pionier sicherlich enorme zusätzliche PR gebracht.

"Kritische Prüfung"

In der Branche sei es kein Geheimnis, dass die Messe bei nahezu allen Autoherstellern kritisch geprüft werde, schreibt das reichweitenstarke Portal "bild.de". Die Gründe für diese Überlegungen sind vielfältig: Messeauftritte sind generell teuer, das Ereignis einer Messe an sich gilt seit Jahren als überholt. Es gibt keine echten Neuheiten zu sehen, das Internet stiehlt den Ausstellungen die Show. Hinzu kommt: Der europäische Automarkt, für den die IAA steht, ist gesättigt, Rabattschlachten toben. Für die großen Konzerne spielt die Musik in Ländern wie China, Indien oder den USA.

Dies alles ficht den für Messen zuständigen Geschäftsführer des deutschen Automobilverbandes VDA; Klaus Bräuning, nicht an. Auch dass die Branche nach Manipulations- und Kartellvorwürfen mit einem Glaubwürdigkeitsproblem zu kämpfen hat, wischt Bräunig mit markigen Statements forsch zur Seite: "Wir haben angesichts der Berichterstattung der letzten Wochen nicht das schönste öffentliche Umfeld", sagt der VDA-Mann in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), "aber die IAA bleibt die weltweite Leitmesse für Mobilität. Auf die IAA schauen andere große Messen, etwa Detroit oder Schanghai".

Electronic- und Mode-Events im Trend

Auf der Messe in Frankfurt würden die Unternehmen ihre Konzepte vorstellen und von dort aus in die Welt bringen. Daraus entstehe ein besonderer Leistungsdruck: für die Produkte und ebenso für den Auftritt. "Wir sind es gewohnt, dass ein Aussteller mal eine IAA auslässt - und dann wiederkommt", so Bräuning. Er sei stolz, dass "nach drei Jahren Akquise" der chinesische Hersteller Wei mit der Marke Chery nach Frankfurt kommt. Neuerungen auf den Gebieten Elektromobilität und automatisiertem Fahren hätten eine große Anziehungskraft. Die entsprechende Teilschau der Messe ist deshalb mit dem ambitionierten Motto: "New Mobility World" überschrieben. "Die IAA wird auch dieses Mal ein Knaller", gibt sich der VDA-Geschäftsführer überzeugt.

Wenn er sich da nicht täuscht! Der Trend in der Automobilbranche geht mehr in Richtung neues Umfeld. So werden die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas, die Möbelmessen in Norditalien oder die New York Fashion Week immer wichtiger. Dort präsentieren die Autoriesen ihre Produkte zwar nur als schmückendes Beiwerk, dafür aber in attraktiver Anmutung - mal visionär, mal schick.