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Was ihr schon immer über Ostern wissen wolltet …

Am Ostersonntag sucht man in Deutschland die Eier, die der treue Osterhase – wie jedes Jahr – versteckt. Aber woher nimmt der Hase eigentlich die Eier und was hat er mit der christlichen Tradition zu tun?

Ostern ist ein buntes Fest, das aus verschiedensten Glaubensrichtungen und Bräuchen entstanden ist. Auch wenn heute viele glauben, dieses Fest sei eine rein christliche Tradition, sind seine Ursprünge wesentlich älter. Erst als die Kirche beschloss, anstelle des Frühlingsfests die Auferstehung Jesu Christi zu feiern und Ostern zum bedeutendsten Fest der Christenheit zu machen, wurde das Osterfest mit der christlichen Religion in Verbindung gebracht.

Ostern, so wie wir es heute feiern, hat aber auch viele heidnische Elemente und geht außerdem auf das jüdische Pessachfest zurück, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert. Genauso wie der Termin des Pessachfests richtet sich auch der variable Termin des Osterfests nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Das Wort Ostern

Der Name geht vermutlich auf ein heidnisches germanisches Frühlingsfest zurück, das zu Ehren der Göttin der Morgenröte gefeiert wurde. Ihr Name war im Althochdeutschen Ostara, und so kann sie wohl als Namenspatin für unser heutiges "Ostern" gelten. Man nimmt auch eine Verwandtschaft mit dem Wort "Osten" an – der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs. Denn das Fest wurde immer nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert und sollte den kalten, dunklen Winter vertreiben.

Das Ei

Das Ei scheint schon seit Langem zum Osterfest zu gehören. Bei den Germanen – wie auch bei vielen anderen Völkern – stand es für Fruchtbarkeit, und in der christlichen Theologie steht es für die Auferstehung. So eignet es sich gut als Symbol für die Jahreszeit, in der die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und das Leben wieder neu in Schwung kommt.

Eine andere Erklärung für die Tradition des Ostereis ist etwas jünger und hat einen eher praktischen Hintergrund: Während der vorösterlichen Fastenzeit durften die Gläubigen unter anderem keine Eier verzehren. Alle Eier, die während der 40 Tage vor Ostern liegengeblieben waren, mussten also am Ostersonntag gegessen werden.

Lamm und Hase

Ein weiterer Brauch ist das Osterlamm, das wie viele andere christliche Traditionen jüdischen Ursprungs ist. Inzwischen gehört es, ob süß aus Teig oder salzig als Braten, fest zu den Osterfeierlichkeiten in vielen Ländern dazu.

Der Hase, ohne den Ostern heutzutage nicht mehr vorstellbar ist, weil er angeblich für das Bemalen und Verstecken der Eier zuständig ist, wurde erst im 19. Jahrhundert so richtig bekannt: Im Zuge der Industrialisierung wurde auch das Osterfest kommerzialisiert. Der niedliche Hase verkaufte sich sowohl als Spielzeug als auch als Schokoladenfigur gut.

Seine Verbindung zum Frühlingsfest und zu den Eiern besteht vermutlich in der Fruchtbarkeit, die auch ihm zugeschrieben wurde, weil Hasen sich sehr schnell vermehren. Sollte der Osterhase sich dieses Jahr also um seine vielen Kinder kümmern müssen und deswegen keine Zeit haben, euch Ostereier zu bringen, gibt es immer noch Hoffnung: Meistens versteckt er die Eier so gut, dass man immer auch noch das ein oder andere aus dem Vorjahr findet!


Autor/in: Naomi Halbach/Till Schumacher
Redaktion: Barbara Syring