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Kultur

Was glücklich macht

Kann man Glück erlernen? Sind Frauen glücklicher als Männer? Gibt es "Glück im Unglück" wirklich? Wenn Sie sich da auch nicht so sicher sind, dann vertrauen Sie sich doch einfach dem Fachwissen einer Psychologin an.

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Blumen, Sonne, blauer Himmel und vielleicht ein bisschen Wohlbefinden


Dr. Rotraut Walden vom Institut für Psychologie an der Universität Koblenz wollte es genau wissen. Was ist Glück, welche Ereignisse lösen allgemein Glücksgefühle aus, und ist das Glück von Dauer? Seit Jahren führt die Wissenschaftlerin umfangreiche Recherchen durch, wobei es ihr nicht nur um das Glück, sondern auch um den gegenteiligen Begriff geht - das Unglück. Für ihr aktuelles Buch "Glück und Unglück. Glücks- und Unglückserlebnisse aus interaktionischer Sicht" hat Walden insgesamt 247 Leute befragt - Frauen und Männer im zwei Altersgruppen zwischen 18 und 60 Jahren, die in sozialen und naturwissenschaftlichen Berufen tätig sind.

Glück im Unglück

Nur bei der Gegenüberstellung kann man vermeiden, dass die beiden Begriffe jeweils nur am Ende einer Skala liegen und auch Begriffe erfassen wie "Glück im Unglück" und Glücksmomente im Alltag. "Glück ist die Häufigkeit von positiven Ereignissen, nicht die Intensität", erklärt Walden. Positive Ereignisse, die Glücksgefühle vermitteln, können dabei individuell unterschiedlich sein, je nach aktueller Situation.

Wertvolle Geschenke

Galerie Berlinale 2004 Roßenstraße

Schade, ein Gläschen Schampus macht nicht glücklich.

Und doch gibt es, so die Ergebnisse von Rotraut Walden, Glücksfaktoren, die bei allen Befragten als Auslöser für ein Glücksgefühl gelten. "Da gab es sechs Situationen, die deutlich mit Glück in Zusammenhang stehen", erläutert Dr. Walden. Dazu gehören: eine schwierige Aufgabe bewältigen, in einer Gruppe anerkannt werden, einen Partner oder eine Partnerin kennenlernen, sich mit der Natur verbunden fühlen, Ferien in einem fremden Land oder ein wertvolles Geschenk.

Weinen oder an nichts denken

In ihren Untersuchungen hat sie Männer und Frauen in vergleichbarem Alter und Beruf gegenübergestellt, und im Gegensatz zu dem, was man vielleicht erwarten könnte, sind es die gleichen Faktoren, die bei Männern und Frauen ein Glücksgefühl auslösen. Die Reaktionen auf Glücks- und Unglücksfaktoren können allerdings unterschiedlich ausfallen. "Da hat sich herausgestellt, dass sich nur zwei Reaktionen unterschieden: Die Frauen weinen eher und die Männer lassen ihre Gedanken stärker treiben oder denken an nichts", sagt Walden.

Glück kann man lernen

Rotraut Walden

Eine glückliche Frau: Autorin Dr. Rotraut Walden

Die Psychologin belässt es nicht bei bloßen Feststellungen - die Schlussfolgerung, die sie im Buch zieht, lässt trotz des akademischen Untertitels hoffen: Glück kann man lernen. Und im Grunde genommen ist es ganz einfach: "Im Glück an unglückliche Zeiten denken, damit man sich nicht an das Glück gewöhnt und es schwächer wird und im Unglück an die glücklichen Zeiten denken, damit man Hoffnung auf bessere Zeiten beibehält." Es gehe darum, bewusst positive Erlebnisse anzustreben mit kleinen Glückserlebnissen im Alltag. Sagt die Psychologin.

Rotraut Walden, "Glück und Unglück. Glücks- und Unglückserlebnisse aus interaktionistischer Sicht" Heidelberg: Asanger. ISBN 3-89334-408-X

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