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Fußball

Was für ein Bayern-Dusel!

Die Münchner gewinnen in der Champions League gegen Cluj mit 3:2. Der einzige vom FC Bayern selbst erzielte Treffer fällt sogar noch in die Kategorie "Gurkentor". Schalke und Bremen wollen es am Mittwoch besser machen.

Gomez wusste wohl, bei wem er sich für soviel Glück bedanken musste. (Foto: Oliver Lang/dapd)

Gomez wusste wohl, wem er für soviel Glück danken musste

Im dritten Vorrundenspiel der europäischen Königsklasse hat der FC Bayern München den dritten Sieg geholt. Der Deutsche Meister setzte sich in der heimischen Fußball-Arena gegen den rumänischen Vertreter CFR Cluj mit 3:2 (2:1) durch und behält mit jetzt neun Punkten die Spitzenposition in der Tabelle der Gruppe E. Soweit die Statistik. Was das Team von Trainer Louis van Gaal allerdings über 90 Minuten bot, war mehr als schwach. Man könnte auch "unterirdisch" sagen, gemessen an den Ansprüchen, die die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters so gerne an sich selbst stellen.

Drei Tore verbucht - nur ein „halbes“ erzielt

Mario Gomez (r.) kämpft gegen Clujs Cadu (l.) und Cristian Panin um den Ball, bevor das Leder von seinem Fuß ins Tor prallt. (Foto: Oliver Lang/dapd)

Gomez kämpft gegen Cadu (l.) und Panin um den Ball, bevor das Leder von seinem Fuß ins Tor prallt

Denn zwei Eigentore und ein kurioser Glückstreffer von Mario Gomez ebneten dem FC Bayern München den Weg ins Achtelfinale der Champions League. Nach dem 0:1 durch Cadu (28. Minute) sorgten erneut der Kapitän der Rumänen (32.) und Cristian Panin (38.) mit zwei Eigentoren innerhalb von sechs Minuten für die glückliche Wende zugunsten der Münchner. Der vom Unglücksraben Cadu angeschossene Gomez besiegelte in einer verrückten Partie mit dem 3:1 (77.) vor 64.000 Zuschauern in der nasskalten Münchner-Arena den 70. Sieg im 144. Champions-League-Spiel der Bayern. Das Anschlusstor von Juan Culio (86.) kam für den Underdog zu spät.

Viele Ausfälle – doch keine Entschuldigung´

Die Tribühne: Van Bommel, Ribery, Olic und Van Buyten. (Foto: Oliver Lang/dapd)

Die Tribühne: Van Bommel, Ribery, Olic und Van Buyten

Bayern-Trainer Louis van Gaal musste sich wegen der Ausfälle zahlreicher Stammkräfte wie beim 3:0-Bundesliga-Sieg gegen Hannover mit einer Notelf behelfen. Zwar stand Bastian Schweinsteiger anstelle von Edson Braafheid wieder in die Startformation, die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr von Daniel van Buyten (Rückenbeschwerden) und Ivica Olic (Nasenbeinbruch) erfüllte sich jedoch nicht. So saßen auf der Bayern-Bank nur vier Feldspieler, darunter zwei Amateure. Auf dem Platz diktierten die Hausherren, angeführt von Stabilisator Schweinsteiger in seinem 50. Champions-League-Spiel, das Geschehen von Beginn an, schluderten aber immer wieder beim entscheidenden Pass. Vor allem WM-Torschützenkönig Thomas Müller leistete sich auffallend viele Abspielfehler. Gegen die dichte Defensive der Rumänen fanden die Münchner zu selten ein Durchkommen. Zwei Eigentore des Gegners binnen sechs Minuten lieferten zugleich ein Novum in der bewegten Münchner Champions-League-Historie. Es passte ins Bild von den "Dusel-Bayern", dass der Ivorer Lacina Traore Sekunden vor der Pause völlig frei vor Bayern-Schlussmann Jörg Butt nur den Pfosten traf und so das 2:2 verpasste.

Riesen Dusel – sogar noch beim einzigen eigenen Tor

Cadu jubelt über sein 0:1 und wird dann zum Pechvogel. (Foto: Uwe Lein/dapd)

Cadu jubelt über sein 0:1 und wird dann zum Pechvogel

Auch der Treffer von Gomez zum zwischenzeitlichen 3:1 (77.) war ein "Beinahe-Eigentor" der Rumänen. Einen Schuss von Toni Kroos parierte der Torhüter des CFR Cluj Eduard Stancioiu noch, dann verhalf einmal mehr Cadu mit seinem missglückten Rettungsversuch dem deutschen Nationalstürmer zu seinem ersten Champions-League-Tor seit mehr als zehn Monaten. Und so meinte Bayern-Coach Louis van Gaal im Anschluss treffend: "Wir haben diese Saison nicht viel geduselt, aber heute haben wir Glück gehabt." Auch Torjäger Gomez blieb ehrlich und meinte: "Heute können wir uns wirklich bedanken. So ist der Fußball: Wochenlang geht nichts, und dann fallen die Tore von selbst."

Schon in zwei Wochen im Rückspiel in Cluj können die Bayern den Einzug in die K.o.-Runde endgültig perfekt machen.

Schalke setzt auf Raul und Huntelaar

Schalke: Mit den Stürmern Raul (l.) und Huntelaar zum Erfolg? (Foto: AP Photo/Frank Augstein)

Schalke: Mit den Stürmern Raul (l.) und Huntelaar zum Erfolg?

Am Mittwoch (20.10.2010) versucht dann Schalke 04, sich gegen Hapoel Tel Aviv Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben in der Fußball-Bundesliga zu holen. Die Schalker liegen mit drei Punkten bislang auf Platz zwei in der Champions-League-Gruppe B hinter Olympique Lyon. Die Hoffnungen des S04 ruhen auf dem niederländischen Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar. Ohne ihn ständen die Königsblauen vermutlich noch schlechter da als auf dem drittletzten Platz der Bundesligatabelle. Insgesamt hat Huntelaar in seinen zwölf Pflichtspielen dieser Saison für Schalke und seine Nationalmannschaft schon 14 Tore erzielt. So gelungen war der Einstand des spanischen Superstars Raul auf Schalke bislang noch nicht. Einmal erst hat er getroffen in acht Bundesliga-Partien, und im einzigen Champions-League-Auftritt bislang für die Königsblauen ist er leer ausgegangen. Aber Schalkes Trainer Felix Magath hält immer noch große Stücke auf den inzwischen 33-Jährigen, der zu Saisonbeginn von Real Madrid gekommen war. Schließlich hat Raul in der Königsklasse bislang 133 Partien bestritten und dabei sage und schreibe 66 Tore erzielt.

Werders Schicksalsspiel

Bremen: Darf sich Marin mal wieder über einen Treffer freuen? (Foto: AP Photo/Martin Meissner)

Bremen: Darf sich Marin wieder über einen Treffer freuen?

Werder Bremen ist ebenfalls am Mittwoch (20.10.2010) schon zum Siegen verdammt. Die Bremer haben bislang erst einen Punkt geholt und sind damit Letzter ihrer Gruppe A. Sollte es auch in den Niederlanden bei Twente Enschede nicht klappen, dann wären die Konkurrenten Inter Mailand und Tottenham Hotspur fast schon uneinholbar enteilt. Bremens Trainer Thomas Schaaf hat in dieser Saison das Problem, dass die Abwehrspieler reihenweise verletzt ausfallen und vor allem keiner da ist, der die Lücke ausfüllen könnte, die Mesut Özil mit seinem Wechsel zu Real Madrid hinterlassen hat. Weder Aaron Hunt noch Marko Marin zeigen sich bislang konstant genug, um dem Spiel der Werderaner, das in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so sehr auf Spielmacher zugeschnitten war, ihren Stempel aufzudrücken, wie das früher Andreas Herzog, Johan Micoud, Diego und zuletzt Özil getan hatten. Immerhin - in der Bundesliga gewannen die Bremer am Samstag (16.10.2010) mit 2:1 gegen de SC Freiburg. Die Abstiegszone ist dadurch in sicherer Entfernung, so dass sie nun in Enschede voll angreifen können.

Am Donnerstag (21.20.2010) sind drei weitere Bundesliga-Clubs im internationalen Einsatz: In der Europa League trifft Borussia Dortmund auf Paris Saint-Germain, der VfB Stuttgart spielt gegen den Madrider Vorortclub Getafe CF und Bayer Leverkusen ist bei Aris Saloniki zu Gast.

Die Champions-League-Ergebnisse vom Dienstag (19.10.2010) im Überblick:

Gruppe E:

Bayern München - CFR Cluj 3:2 (2:1)

AS Rom - FC Basel 1:3 (1:2)

Gruppe F:

Spartak Moskau - FC Chelsea 0:2 (0:2)

Olympique Marseille - MSK Zilina 1:0 (0:0)

Gruppe G:

Real Madrid - AC Mailand 2:0 (2:0)

Ajax Amsterdam - AJ Auxerre 2:1 (2:0)

Gruppe H:

FC Arsenal - Schachtjor Donezk 5:1 (2:0)

Sporting Braga - Partizan Belgrad 2:0 (1:0)

Autor: Calle Kops
Redaktion: Olivia Fritz

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